Umfangreiche Straßenbauarbeiten 2026 in Mecklenburg-Vorpommern
Pendler und Reisende zwischen der Müritzregion und dem Stettiner Haff müssen sich im Jahr 2026 auf erhebliche Beeinträchtigungen im Straßenverkehr einstellen. Das Straßenbauamt Neustrelitz, das für insgesamt 850 Kilometer Bundesstraßen und 1100 Kilometer Landesstraßen in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald zuständig ist, hat ein umfangreiches Bauprogramm mit 46 Einzelmaßnahmen angekündigt. In vielen Fällen werden die Arbeiten unter Vollsperrungen durchgeführt, was zu erheblichen Umleitungen und Verzögerungen führen wird.
Millioneninvestitionen in die Infrastruktur
Jens Krage, der Leiter des Straßenbauamtes Neustrelitz, präsentierte bei einer Vorstellung des diesjährigen Bauprogramms beeindruckende Zahlen. Insgesamt werden rund 56 Millionen Euro in das Straßennetz der Region investiert. Davon stammen etwa 35,4 Millionen Euro vom Bund und weitere 20,3 Millionen Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern. Diese erheblichen finanziellen Mittel unterstreichen die Bedeutung der Infrastrukturerneuerung für die wirtschaftliche Entwicklung und die Mobilität in der Region.
Komplexe Bauprojekte mit langfristigen Auswirkungen
Zu den herausragenden Projekten des Baujahres 2026 zählen der bereits im Vorjahr gestartete Bau der Ortsumgehung Mirow an der Bundesstraße 198 sowie die seit Sommer 2024 laufenden Arbeiten an den Brücken über die Bahnlinie an der B192 in Waren (Müritz). Diese Maßnahmen sind besonders komplex und erfordern eine sorgfältige Planung und Koordination. Andere Großprojekte wie die Ortsumgehung Wolgast mit der neuen Brücke über den Peenestrom und die geplante Ortsumgehung Dargun werden von der in Schwerin ansässigen Projektgruppe Großprojekte gesteuert, was die regionale Bedeutung dieser Vorhaben unterstreicht.
Vollsperrungen als unvermeidbare Maßnahme
Im Rahmen des Instandhaltungsprogramms sind zahlreiche Vollsperrungen geplant, die nach Aussage des zuständigen Referatsleiters alternativlos sind. So stehen Fahrbahnerneuerungen für das Frühjahr auf der B192 zwischen Waren und Neu Schloen sowie im Sommer auf der B110 zwischen Demmin und Kruckow an. Im Herbst folgen weitere Sperrungen auf der B110 nahe Anklam zwischen Murchin und Pinnow sowie auf der B109 bei Rathebur. Alle diese Maßnahmen sind mit mehrwöchigen Vollsperrungen verbunden, die den Verkehr erheblich beeinträchtigen werden.
Auswirkungen auf Landesstraßen und Radwege
Auch auf Landesstraßen sind umfangreiche Bauarbeiten mit Vollsperrungen geplant. Ab April wird beispielsweise die Landesstraße 282 zwischen Strasburg und Friedland für mehrere Wochen gesperrt, um die Fahrbahn zwischen Schönhausen und Wittenborn zu erneuern. Weitere Sperrungen sind auf der L25 zwischen Neustrelitz und Userin, der L35 zwischen Neubrandenburg und Neddemin sowie der L28 bei Meiersberg nahe Ueckermünde vorgesehen. Parallel dazu werden auch mehrere Ortsdurchfahrten auf Landesstraßen saniert, darunter in Penkun, Burg Stargard, Jarmen, Groß Teetzleben und Lübbersdorf.
Investitionen in Radwege und Winterfolgen
Neben den Straßenbaumaßnahmen werden auch die Radwege in der Region verbessert. Etwa 300.000 Euro sind für die Erhaltung und den Ausbau von Radwegen vorgesehen. Eine wichtige Lücke soll an der B109 zwischen Groß Schönwalde und Hanshagen geschlossen werden, während ein neuer Radweg zwischen Neu Kosenow und Anklam geplant ist, sich aber möglicherweise ins nächste Jahr verschiebt. Zudem wird der Radweg an der L202 zwischen Demzin und dem Abzweig Peenhäuser Süd ausgebaut und verkehrssicherer gestaltet. Der strenge Winter hat zudem erhebliche Schäden an den Straßen hinterlassen, was einen hohen Bedarf an Reparaturen nach sich zieht. Für Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten stehen zusätzlich etwa 2,5 Millionen Euro für Bundesstraßen und 2,5 Millionen Euro für Landesstraßen zur Verfügung.
Transparenz durch öffentlichen Baukalender
Alle geplanten Baumaßnahmen, Baufenster und Sperrungen sind im Baukalender des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr unter der Adresse www.strassen-mv.de einsehbar. Diese Transparenz soll es Verkehrsteilnehmern ermöglichen, sich frühzeitig auf die Einschränkungen einzustellen und alternative Routen zu planen. Die umfangreichen Bauarbeiten im Jahr 2026 sind ein notwendiger Schritt, um die Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern zukunftssicher zu machen, auch wenn sie kurzfristig für erhebliche Unannehmlichkeiten sorgen werden.



