Tollensemarsch in Neubrandenburg: Rechtsextreme Szene bei jährlicher Wanderung aktiv
Am Sonnabend fand in Neubrandenburg der sogenannte Tollensemarsch statt, bei dem sich erneut rechtsextreme Gruppierungen trafen. Die Polizei bestätigte, dass rund 80 Personen an der Wanderung um den Tollensesee teilnahmen. Dieser Marsch gilt in der rechtsextremen Szene Mecklenburg-Vorpommerns als fester Termin im Jahreskalender und wird seit einigen Jahren immer am letzten Sonnabend im Februar abgehalten.
Private Veranstaltung ohne politische Rückschlüsse
Laut Polizeisprecher handelte es sich bei dem Marsch um eine private Veranstaltung, weshalb keine Identitätsfeststellungen vorgenommen wurden und keine Rückschlüsse auf politische Beweggründe gezogen werden konnten. Daher fiel die Wanderung nicht unter das Versammlungsrecht und musste nicht beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte angemeldet werden. Trotzdem war die Polizei mit mindestens drei Transportern vor Ort, um die Veranstaltung zu sichern. Der Ablauf verlief wie in den Vorjahren völlig störungsfrei.
Politische Anfragen und historischer Hintergrund
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte vor dem Ereignis eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet. Darin wurden Fragen zur Entwicklung der Teilnehmerzahl, möglichen Straftaten, Vernetzungen mit rechtsextremen Gruppierungen und Gegenprotesten gestellt. Bis Samstagabend blieb die Landesregierung mit einer Antwort darauf aus. Der Tollensemarsch findet seit 2004 in Neubrandenburg statt. Die etwa 35 Kilometer lange Route begann und endete am Augustabad, mit Start um 9 Uhr und Abschluss gegen 17 Uhr.
Zweck und Entwicklung der Teilnehmerzahlen
Beobachter schätzen, dass der Tollensemarsch primär dem Zusammengehörigkeitsgefühl und der körperlichen Ertüchtigung innerhalb der rechten Szene dient. In den Anfangsjahren nahmen häufig über 100 Personen teil, doch in den vergangenen Jahren ist die Zahl kontinuierlich auf etwa 80 gesunken und stagniert seit einiger Zeit auf diesem Niveau. Diese Stagnation deutet auf eine gewisse Konstanz in der rechtsextremen Aktivität in der Region hin, trotz öffentlicher Aufmerksamkeit und politischer Anfragen.



