„Schwerer Verlust“: Traditions-Bäckerei Deuse pleite – droht MV der Verlust der Nahversorgung?
Traditions-Bäckerei Deuse pleite – Nahversorgung in MV gefährdet

„Schwerer Verlust“: Traditions-Bäckerei Deuse pleite – droht MV der Verlust der Nahversorgung?

Neubrandenburg • Das Bäckerhandwerk steht im Nordosten Deutschlands vor enormen Herausforderungen. Nicht nur ist die Arbeit anspruchsvoll, sondern auch die Kosten sind in den letzten Jahren explodiert. Seit Jahren müssen Traditionsbäckereien in Mecklenburg-Vorpommern aufgeben, und nun trifft es erneut einen etablierten Familienbetrieb mit weitreichenden Konsequenzen für Arbeitsplätze und die lokale Versorgung.

Politische Wellen bis in die Landeshauptstadt

Das Aus für die Bäckerei Deuse, die seit 1967 besteht und sechs Filialen hauptsächlich in Vorpommern betreibt, schlägt hohe politische Wellen. Insbesondere im aktuellen Wahlkampfjahr nutzt die größte Oppositionsfraktion im Landtag, die AfD, das Insolvenzverfahren, um scharfe Kritik an der rot-roten Landesregierung und deren Wirtschaftspolitik zu üben.

Michael Meister, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, betont: „Die Insolvenz der Bäckerei Deuse ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom für die schlechte Lage des Mittelstandes in Mecklenburg-Vorpommern.“ Er verweist darauf, dass die Insolvenzverwalterin bereits zum zweiten Mal eine Masseunzulänglichkeit angezeigt hat, was bedeutet, dass für Gläubiger, ehemalige Beschäftigte und die gesamte Region wenig zu retten bleibt.

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Ursachen: Explodierende Kosten und fehlende Entlastungen

Die Gründe für das Scheitern sind laut Meister offensichtlich. Seit dem Beginn des Ukrainekriegs sind die Rohstoff- und Energiekosten massiv gestiegen. Bäckereien zählen zu den energieintensivsten Handwerksbetrieben überhaupt. Statt gezielter Entlastungen für das Handwerk und den Mittelstand habe die Politik auf Landes- und Bundesebene tatenlos zugesehen, wie Betriebe nacheinander aufgeben müssen.

Vor der Bäckerei Deuse mussten in den vergangenen Jahren bereits mehrere Bäckereien in Mecklenburg-Vorpommern kapitulieren, darunter auch die renommierten Mecklenburger-Backstuben mit Filialen im gesamten Nordosten Deutschlands. Diese Entwicklung unterstreicht die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, mit denen die Branche konfrontiert ist.

Folgen: Verlust von Arbeitsplätzen und Lebensqualität

„Mit der Bäckerei Deuse gehen nicht nur Arbeitsplätze verloren, es verschwindet ein Gutteil Nahversorgung und Lebensqualität“, so Meister weiter. Betroffen sind Orte wie Friedland, Anklam, Ducherow, Torgelow, Löcknitz und Brüssow. Gerade im ländlichen Raum Vorpommerns, wo die Wege ohnehin lang sind, wiegt ein solcher Verlust besonders schwer. Die tiefe Verbundenheit der Bevölkerung mit diesem Traditionsbetrieb zeigt sich daran, dass mehr als 400 Bürger eine Petition zur Rettung unterzeichnet haben.

Forderungen der Opposition

Der AfD-Politiker fordert konkrete Maßnahmen, um ähnliche Fälle in Zukunft zu verhindern:

  • Eine spürbare Senkung der Energiekosten für Handwerksbetriebe
  • Bürokratierückbau für kleine und mittlere Unternehmen
  • Ein Programm zur Sicherung der Nahversorgung im ländlichen Raum
  • Den gemeinsamen Willen zum Erhalt von Traditionsbetrieben, insbesondere in strukturschwachen Regionen

Meister warnt: „Wenn wir nicht mithilfe landespolitischer Instrumente umsteuern, wird der ländliche Raum in Mecklenburg-Vorpommern ausbluten.“ Diese Aussage unterstreicht die Dringlichkeit der Situation und die Notwendigkeit, schnell zu handeln, um die regionale Wirtschaft und Infrastruktur zu stabilisieren.

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