Ueckermünde: Rehasan plant Kurklinik mit 90 Arbeitsplätzen
In Ueckermünde könnte eine neue Kurklinik mit bis zu 150 Apartments entstehen, die ganzjährig etwa 90 Arbeitsplätze schaffen würde. Der Betreiber Rehasan Kliniken Holding GmbH aus Köln hat den Stadtvertretern seine ambitionierten Pläne vorgestellt, die auf große Zustimmung stießen. Mit nur einer Enthaltung sprachen sich die Politiker für einen Grundsatzbeschluss aus, der die Prüfung geeigneter Standorte ermöglicht.
Vier mögliche Standorte in Strandnähe
Frank Preuss, Berater für Immobilien und Sonderprojekte bei Rehasan, nannte vier Flächen, die für den Klinikbau in Frage kommen. Besonders attraktiv erscheint dem Unternehmen ein Grundstück rechts neben dem Strandparkplatz, das einen direkten Strandzugang bieten würde. Weitere Optionen sind Flächen südlich der Lagunenstadt an der Uecker, ein Areal an der Haffstraße zwischen Lagunenstadt und Wohnhäusern sowie ein Gelände, das eigentlich für ein Resorthotel vorgesehen war.
„Unsere Standorte liegen in der Regel immer in der ersten Reihe“, betonte Preuss während der Präsentation. Bei einer Fläche von zwei Hektar wäre eine dreigeschossige Bauweise möglich, während größere Grundstücke um drei Hektar eine lockerere Bebauung mit nur zwei Geschossen erlauben würden.
Rehasan: Erfahrender Betreiber mit starken Zahlen
Axel Mau, Geschäftsführer der Rehasan Kliniken Holding GmbH, präsentierte eindrucksvolle Unternehmensdaten: Das Unternehmen betreibt bereits sieben Kliniken im Reha- und Kurbereich, darunter drei Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern (Prerow, Zingst und Wiek auf Rügen). Mit 786 Mitarbeitern und etwa 740.000 Übernachtungen im Jahr 2025 verfügt Rehasan über umfangreiche Erfahrung im Gesundheitssektor.
Mau betonte die hohe Nachfrage nach Mutter/Vater-Kind-Kuren, bei denen Vorlaufzeiten von acht bis zehn Monaten üblich seien. Als Partner arbeitet Rehasan mit Krankenkassen und der Rentenversicherung zusammen. „Weil Ueckermünde eine attraktive Stadt mit einem kleinen Hafen in einer schönen Landschaft sei, habe Rehasan keine Bedenken, dass es hier viel Interesse geben wird“, so der Geschäftsführer.
Standortvorteile und Kritik
Ein entscheidender Vorteil Ueckermündes ist die verkehrsgünstige Lage: Von Berlin aus beträgt die Anfahrt nur etwa zwei Stunden, während die Reise zu den bestehenden Standorten Zingst und Wiek auf Rügen deutlich länger dauert. Diese gute Erreichbarkeit könnte Ueckermünde zu einem attraktiven Ziel für Patienten aus der Hauptstadtregion machen.
Doch nicht alle zeigen sich begeistert von den Plänen. Janette Bogdanski von „Gemeinsam für Ueckermünde“ enthielt sich bei der Abstimmung und warnte vor einem weiteren großen Gebäude am Strand. Sie erinnerte an die Kritik an der geplanten Höhe beim Hotelbau und fragte: „Was ist das dann für ein Blick?“
Bürgermeister Jürgen Kliewe konterte: „Sie bestimmen das doch. Wenn die Stadtvertreter das nicht wollten, werde es keine Klinik geben. Dann sei der Investor weg.“ Detlef Rabethge (BfVG) relativierte die Bedenken und verwies darauf, dass ein dreigeschossiges Haus mit etwa 15 Metern deutlich niedriger ausfallen würde als ursprüngliche Hotelpläne mit 25 Metern.
Geplante Ausstattung und öffentliches Interesse
Die geplante Kurklinik soll laut den Vorstellungen von Rehasan folgende Einrichtungen umfassen:
- 130 bis 150 Apartments mit zwei Zimmern und Duschbad
- Ein Restaurant für Patienten und Besucher
- Ein modernes Therapiebad
- Einen Kindergarten für Familien mit Kindern
Das öffentliche Interesse an dem Projekt war bereits bei der Vorstellung groß: Etwa 40 bis 50 Anwohner verfolgten die Präsentation im Bürgersaal. Rehasan-Geschäftsführer Axel Mau betonte nach der Sitzung: „Für uns ist wichtig, dass der politische Raum hinter dem Projekt steht.“ Zusammen mit Frank Preuss habe er sich bereits ein positives Bild von Ueckermünde machen können, wo man auch gut essen gehen könne.
Nun beginnt die konkrete Standortprüfung. Die Stadtvertreter müssen Grundstücke mit mindestens 20.000 Quadratmetern Fläche identifizieren und bewerten, bevor über den tatsächlichen Bau einer Kurklinik entschieden werden kann, die nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch geschätzte 10.000 zusätzliche Personen pro Jahr in die Stadt bringen könnte.



