Warnstreik legt Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern weitgehend lahm
Ein landesweiter Warnstreik der Gewerkschaft Verdi hat am frühen Morgen mit Schichtbeginn den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns zum Stillstand gebracht. In zahlreichen Landkreisen blieben Busse in den Depots, während in der Landeshauptstadt Schwerin auch die Straßenbahnen nicht verkehrten. Lediglich die größte Stadt des Bundeslandes, Rostock, blieb von den Arbeitsniederlegungen zunächst verschont – dort sind Warnstreiks erst für den 9. März geplant.
Tarifstreit als Auslöser – Druck auf Arbeitgeber soll erhöht werden
Mit den Warnstreiks wollen Gewerkschaft und Beschäftigte ihren Forderungen im aktuellen Tarifkonflikt Nachdruck verleihen. Die vierte Tarifrunde für Mecklenburg-Vorpommern ist für den 9. März terminiert, und Verdi hofft, durch die Arbeitsniederlegungen den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber zu erhöhen. Sascha Bähring, Verhandlungsführer von Verdi Nord, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Unsere Hoffnung ist, dass es dann zu einer Einigung kommt. Wir erhöhen den Druck und hoffen, dass es reicht.“
Betroffene Betriebe und Ersatzmaßnahmen
Streikaufrufe wurden für mehrere Verkehrsbetriebe im Land ausgegeben, darunter:
- Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP)
- Nahbus Nordwestmecklenburg GmbH
- Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen mbH (VVR)
- Verkehrsbetrieb Greifswald GmbH (VBG)
- Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft mbH (MVVG)
- NVS in Schwerin
- Regionalbus Rostock (Rebus)
Viele dieser Betriebe haben als Reaktion auf den Streik Notfahr- und Ersatzfahrpläne aufgestellt, um zumindest einen eingeschränkten Betrieb aufrechtzuerhalten. Dennoch bleibt die Situation für Pendler und Schüler angespannt.
Kritik an Streiktag – Eltern müssen Schulwege organisieren
Besondere Kritik erntete die Gewerkschaft dafür, dass der Streiktag auf einen regulären Schultag fiel. Die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) äußerte ihr Bedauern: „Die VVR bedauert dies außerordentlich, ebenso, dass als Folge sich der Großteil der Erziehungsberechtigten selbst kümmern müssen, um den Schulbesuch ihrer Kinder an diesem Tag abzusichern.“ Auch Nahbus Nordwestmecklenburg bat Eltern, die Beförderung ihrer Kinder zur Schule anderweitig zu organisieren, da die klassischen Schülerlinien heute nicht verkehrten. Der Schülerbusverkehr ist somit in mehreren Regionen stark beeinträchtigt oder komplett ausgefallen, was zu erheblichen logistischen Herausforderungen für Familien führt.
Die Situation verdeutlicht die weitreichenden Auswirkungen des Tarifstreits auf den Alltag der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Während die Gewerkschaft auf eine baldige Einigung hofft, müssen sich Betroffene vorerst auf alternative Transportmöglichkeiten einstellen oder mit erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr leben.



