Warnstreiks in Rostock: ÖPNV steht still - Vierte Tarifrunde beginnt
In Rostock sind am Morgen Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr angelaufen, nur wenige Stunden vor Beginn der vierten Tarifrunde für die rund 2.800 Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern. Busse und Straßenbahnen der Rostocker Straßenbahn AG blieben in den Depots stehen, was Pendler und Schüler vor erhebliche Herausforderungen stellt.
Vollständige Arbeitsniederlegung mit 100 Prozent Beteiligung
Verdi-Verhandlungsführer Sascha Bähring bestätigte, dass die Beteiligung an den Warnstreiks bei 100 Prozent liege. „Es steht alles“, erklärte er. Die Tarifverhandlungen sollen um 10.00 Uhr am Sitz der RSAG beginnen, wobei Bähring betonte: „Unser Ziel ist immer, eine Einigung zu erzielen.“ Allerdings räumte er ein, dass die Positionen der Tarifparteien noch weit auseinander liegen.
Auswirkungen auf den Verkehr in Rostock
Durch die Arbeitsniederlegung fallen zunächst sämtliche Fahrten auf allen Bus- und Straßenbahnlinien sowie auf der Fähre zwischen Gehlsdorf und Kabutzenhof aus. Nicht betroffen sind hingegen:
- Die S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn
- Die Busfahrten des Verkehrsunternehmens Rebus
- Die Fähre der Weißen Flotte zwischen Warnemünde und Hohe Düne
Die Forderungen von Verdi im Detail
Die Gewerkschaft Verdi stellt in den Tarifverhandlungen mehrere zentrale Forderungen:
- Eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich
- Eine Erhöhung der Fahrdienstzulage auf 30 Prozent
- Eine Jahressonderzahlung in voller Höhe (100 Prozent)
Die Arbeitgeber lehnen insbesondere die geforderte Verringerung der Wochenarbeitszeit als nicht leistbar ab. Sollte es während der Verhandlungen zu einer Einigung kommen, sollen die Warnstreiks mit sofortiger Wirkung beendet werden.



