Stromausfall legt Rechenzentrum lahm: NRW-Verwaltungen im Ausnahmezustand
Stromausfall legt NRW-Verwaltungen lahm

Stromausfall in Aachen legt kommunale IT-Infrastruktur lahm

Ein schwerwiegender Stromausfall in Aachen hat am Montagabend gegen 19:30 Uhr zu einer massiven Störung im Rechenzentrum des kommunalen IT-Dienstleisters Regio IT geführt. Der Ausfall hat weitreichende Konsequenzen für zahlreiche Verwaltungen in Nordrhein-Westfalen, die nun im praktischen Stillstand stehen. Nach Angaben des WDR wurde durch den Stromausfall Hardware im Rechenzentrum zerstört, die in einer nächtlichen Notaktion ausgetauscht werden musste.

Kommunale Verwaltungen im Notbetrieb

Die Folgen des IT-Ausfalls sind für Bürger und Behörden gleichermaßen spürbar. Mitarbeiter in den betroffenen Kommunalverwaltungen haben keinen Zugriff mehr auf interne Software, und auch die Internetverbindungen sind vielerorts komplett ausgefallen. In Aachen wurde bereits ein Krisenstab einberufen, um die Situation zu koordinieren. Die Stadtverwaltung steht vor der Herausforderung, tausende ausgefallene Termine neu zu organisieren.

Von der Störung betroffen sind unter anderem folgende Städte und Kreise:

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  • Aachen, Duisburg, Wuppertal, Oberhausen, Gelsenkirchen
  • Remscheid, Gütersloh, Bad Honnef, Bielefeld, Düren
  • Eschweiler, Erkelenz, Würselen
  • Rhein-Erft-Kreis, Märkischer Kreis, Kreis Soest
  • Ennepe-Ruhr-Kreis, Kreis Heinsberg, Hochsauerlandkreis
  • Kreis Warendorf, Kreis Euskirchen

Bürgerservice praktisch zum Erliegen gekommen

Die Auswirkungen auf den Bürgerservice sind dramatisch. In Duisburg müssen beispielsweise rund tausend für Dienstag geplante Termine beim Bürgerservice ausfallen. Betroffen sind insbesondere:

  1. Bürgerämter mit allen Personalangelegenheiten
  2. Kfz-Zulassungsstellen für Fahrzeuganmeldungen
  3. Fundbüros für verlorene Gegenstände
  4. Kommunale Serviceportale für Online-Anliegen

Die betroffenen Verwaltungen bitten Bürger, neue Termine zu vereinbaren – was sich jedoch als äußerst schwierig gestaltet, da viele Behörden weder telefonisch noch per E-Mail erreichbar sind. Auch die Online-Buchungsportale sind aufgrund des IT-Ausfalls offline.

Regio IT arbeitet unter Hochdruck an Lösung

Auf seiner Website warnt Regio IT, dass nach aktuellem Stand „heute kein produktiver Betrieb mehr möglich sein wird“. Das Unternehmen, das sich als größter kommunaler IT-Dienstleister in NRW für öffentliche Auftraggeber bezeichnet, arbeitet gemeinsam mit externen Dienstleistern mit Hochdruck an der Behebung der Störung. Ein etwas verwirrender Hinweis auf der Website fordert Kunden auf: „Bitte informieren Sie eigenständig die lokale Presse.“

Die Situation verdeutlicht die Abhängigkeit öffentlicher Verwaltungen von zentralen IT-Infrastrukturen und die Vulnerabilität solcher Systeme gegenüber technischen Störungen. Während die Reparaturarbeiten im Rechenzentrum fortgesetzt werden, bleibt ungewiss, wann der Normalbetrieb in den betroffenen Kommunen wieder aufgenommen werden kann.

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