Nach der heftigen Fan-Kritik an Borussia Mönchengladbachs Präsident Rainer Bonhof bei der jüngsten Mitgliederversammlung hat sich Gladbach-Rekordspieler Berti Vogts zu Wort gemeldet und seinen ehemaligen Teamkollegen in Schutz genommen. Der 79-jährige Vogts schrieb in einer Kolumne für die „Rheinische Post“: „Rainer Bonhof die Schuld daran zu geben, was bei Borussia nicht passt, kann ich so nicht akzeptieren.“ Er ergänzte: „Dass ihn viele nun derart angehen, ist nicht fair. Er ist es nicht, der die Trainer und Spieler verpflichtet, das tun andere.“
Tränen bei der Mitgliederversammlung
Bei der Versammlung am Montag hatte die organisierte Fanszene Flugblätter verteilt, in denen die Ablösung des Präsidiums gefordert wurde. Während der Veranstaltung wurde Bonhof von Mitgliedern verbal attackiert. Bereits in seiner Ansprache war er in Tränen ausgebrochen, als er die schwache Saison der abstiegsgefährdeten Gladbacher als „Scheißjahr“ bezeichnete. Vogts zeigt Mitgefühl: „Es tut mir sehr weh, was auf der Mitgliederversammlung passiert ist. Rainer Bonhof ist mit Leib und Seele Borusse – und er ist ein Mann mit Emotionen. Natürlich geht ihm die Situation an die Nieren. Und er hat recht, wenn er sagt, dass es ein ‚Scheißjahr‘ ist.“
Klassenerhalt noch nicht sicher
Gladbach ist drei Spieltage vor dem Saisonende noch nicht aller Sorgen ledig. Mit einem Sieg am Sonntag (17.30 Uhr, Stream: Dazn) gegen Borussia Dortmund könnte die Mannschaft von Trainer Eugen Polanski den Klassenerhalt nahezu perfekt machen. Vogts plädiert für eine kritische Bestandsaufnahme im Sommer: „Die Borussia wird in den letzten drei Spielen dafür sorgen, dass sie erstklassig bleibt, dann muss es darum gehen, wieder nach oben zu schauen. Es muss alles auf den Tisch. Es müssen Spieler da sein, die sich zu hundert Prozent identifizieren, so wie es Rainer Bonhof bis heute tut.“ Schon die vergangenen Jahre endeten für Gladbach enttäuschend.



