Gestrandeter Buckelwal vor Poel: Explosionsgefahr erfordert schnelles Handeln
Vor der Ostsee-Insel Poel liegt ein Buckelwal im Sterben. Experten des Meeresmuseums Stralsund sind sich einig, dass weitere Rettungsversuche sinnlos und Tierquälerei wären. Der Wal, der auf eine Länge von 10 bis 15 Metern und ein Gewicht von 15 bis 20 Tonnen geschätzt wird, wird aller Wahrscheinlichkeit nach in der Wismarer Bucht verenden.
Obduktion soll Todesursache klären
Burkard Baschek vom Meeresmuseum Stralsund erklärte bei einer Pressekonferenz, dass der Wal nach seinem Tod obduziert werden soll. Die Untersuchung soll Rückschlüsse auf die Todesursache und die Gründe für die Verirrung des Tieres liefern. Die Obduktion wird auf der Insel Dänholm vor Stralsund durchgeführt, wo sich die Sektionsräume des Museums befinden.
Logistische Herausforderung: Transport nach Stralsund
Wie Almut Neumeister, Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums, mitteilte, wird derzeit geprüft, wie der tote Wal transportiert werden kann. Sowohl der Seeweg als auch der Lkw-Transport über Land kommen in Frage. „Derzeit wird noch geprüft, welcher Weg logistisch der geeignetste ist“, so Neumeister. Die Entfernung zwischen Poel und Stralsund beträgt gut 150 Kilometer.
Explosionsgefahr durch Verwesungsgase
Ein rasches Handeln ist nach dem Tod des Wals entscheidend. In verwesenden Kadavern bilden sich Gase, die diese sogar zum Explodieren bringen können. „Der Transport müsste so schnell wie möglich vonstattengehen, weshalb bereits jetzt alles geplant wird“, heißt es vonseiten des Meeresmuseums. Die Explosionsgefahr macht eine schnelle Abwicklung unerlässlich.
Die Situation des gestrandeten Wals hat auch zu Diskussionen unter Tierschützern geführt. Einige hatten zuvor zu Rettungsaktionen wie einer Menschenkette aufgerufen, doch Experten halten diese Maßnahmen für nicht mehr zielführend. Der Fokus liegt nun auf der wissenschaftlichen Auswertung nach dem Tod des Tieres, um Erkenntnisse über Buckelwale in der Ostsee zu gewinnen.



