Polizei sperrt Sassnitzer Mole: Eisiges Ostsee-Spektakel auf Rügen lockt Tausende trotz Lebensgefahr
Polizei sperrt Mole auf Rügen: Eis-Spektakel lockt Tausende

Eisiges Naturschauspiel lockt Besuchermassen nach Rügen

Tausende Menschen pilgerten am vergangenen Wochenende zur Ostseeinsel Rügen, um das seltene Naturspektakel der zugefrorenen Ostsee mit eigenen Augen zu erleben. Wochenlange eisige Temperaturen hatten dafür gesorgt, dass das Meer rund um die beliebte Urlaubsinsel zufror und atemberaubende Bilder bot. Besonders die Mole in Sassnitz entwickelte sich zu einem Magneten für Fotografen und Schaulustige.

Touristen reisen Hunderte Kilometer für das Eisspektakel

Die Hotels in Sassnitz verzeichneten nach Angaben von Besuchern eine nahezu vollständige Auslastung. Touristen aus der gesamten Bundesrepublik machten sich auf den Weg, um das einzigartige Naturschauspiel zu bewundern. „Wir haben es getan. 600 Kilometer für eine Nacht in Glowe, um die zugefrorene Ostsee zu sehen“, berichtete eine Touristin auf Facebook und teilte ihre Aufnahmen mit der Online-Community. Auch aus Berlin, Münster und Süddeutschland reisten extra Menschen an, um das Eisphänomen zu erleben.

Polizei sperrt Zugang wegen akuter Lebensgefahr

Doch die Begeisterung für das Naturschauspiel führte zu gefährlichen Situationen. Viele Besucher begaben sich unwissentlich in Lebensgefahr, indem sie das instabile Eis betraten. Die Polizei teilte mit, dass das Eis in der Prorer Wiek im Bereich Sassnitz und Mukran aufgrund wechselhafter Strömungen und Temperaturen nicht tragfähig sei. Am Montag ergriffen die Behörden daher konsequente Maßnahmen und sperrten den Zutritt zur Sassnitzer Mole mit rotem Absperrband und Absperrgittern für alle Besucher.

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Die Polizei warnte eindringlich: „Rettungsmaßnahmen sind unter den aktuellen Bedingungen extrem schwierig und bringen auch die Einsatzkräfte in erhebliche Gefahr.“ Eltern wurden gebeten, besonders auf Kinder und Jugendliche zu achten und sie über die bestehenden Risiken aufzuklären.

Hubschrauber und Eisbrecher im Einsatz

Um weitere Gefahrensituationen zu verhindern, setzte die Polizei am Dienstag und Mittwoch einen Hubschrauber mit Wärmebildkameras ein, um Personen auf dem Eis ausfindig zu machen. Zusätzlich waren Beamte vor Ort, die über Lautsprecher kontinuierlich vor den Eisflächen warnten und Menschen am Betreten hinderten.

Laut Polizeiangaben ist zudem der Einsatz von Eisbrechern rund um Rügen geplant, um die Schifffahrt zu gewährleisten. „Dadurch können sich vorhandene Eisflächen plötzlich lösen, brechen oder in Bewegung geraten. Es besteht akute Gefahr, dass Personen unerwartet ins Wasser einbrechen oder von treibenden Eisschollen erfasst werden“, hieß es in der offiziellen Mitteilung. Besonders betroffen sind der Hafen von Mukran sowie der Sassnitzer Stadthafen. Die Sassnitzer Mole bleibt vorerst weiterhin gesperrt.

Weitere Besucherströme erwartet

Trotz der offiziellen Warnungen und Absperrungen planen hunderte Menschen, auch am kommenden Wochenende die Ostseeinsel zu besuchen. In sozialen Netzwerken tauschen sich Nutzer intensiv über ihre Reisepläne aus. Dehoga-Präsident Lars Schwarz bilanzierte: „Es war ein mutmachender Start in die Ferienzeit.“ Zwar hätten einige Hotels höhere Auslastungen als üblich gemeldet, man sei jedoch keineswegs „überrollt“ worden. Wer seinen Winterurlaub im Nordosten verbringen wolle, finde praktisch überall noch freie Plätze.

Mit Blick auf die bevorstehenden Ferien in mehreren Bundesländern rechnet Schwarz auch in der kommenden Woche mit guten Touristenzahlen. Ein Spaziergang auf dem Eis sollte allerdings nicht auf dem Programm stehen, betonten die Behörden nachdrücklich. Das eindrucksvolle Naturschauspiel bleibt somit ein faszinierendes, aber gefährliches Phänomen, das weiterhin Besucher aus ganz Deutschland anlockt.

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