Sicherheitsexperte warnt: Putin hat Rügen im Visier
Sicherheitsexperte: Putin hat Rügen im Visier

Bergen (Mecklenburg-Vorpommern) – Die Idylle auf Rügen mit Sonnencreme, Strandkorb und Ostseewellen könnte bedroht sein. Die deutsche Ferieninsel muss sich mit Kriegsszenarien auseinandersetzen, denn sie soll Ziel eines russischen Angriffs auf die Nato sein. Der estnische Sicherheitsexperte Erkki Koort (50) warnt im Podcast „Checkpoint Reserve“ des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V.: Deutschlands größte Insel könnte ins Visier von Wladimir Putin (73) geraten.

Deutschland als Nato-Drehkreuz

Bereits Anfang April hatte Koort im Gespräch mit einem polnischen Fachmagazin gewarnt, Deutschland sei der erste Nato-Staat, der angegriffen werde. Koort ist Direktor des Instituts für Innere Sicherheit an der Estnischen Akademie für Sicherheitswissenschaften und war Staatssekretär im Innenministerium seines Landes. Seine zentrale These damals: Wer die Nato wirklich schwächen wolle, greife ihr Zentrum an – und dieses Zentrum liege in Deutschland. „Was nützen Angriffe auf die Grenzgebiete zwischen Russland und der Nato, ohne zuvor den strategischen Rücken zu neutralisieren? Und dieser Rücken liegt in Deutschland“, so Koort. Warum Deutschland und kein Staat im Baltikum? Weil die Bundesrepublik das Nato-Drehkreuz in Europa ist. Über deutsches Gebiet laufen Truppen und Material Richtung Osten. Häfen, Schienen, Straßen – hier wird verlegt und koordiniert. Wer diese Abläufe stört, trifft das gesamte Bündnis.

Rügen als konkretes Ziel genannt

Im Podcast des Reservistenverbandes wird der Experte nun konkreter und nennt Rügen als mögliches Ziel. Koort spricht ausdrücklich nicht von Panzern, die anrollen. Er warnt vor hybrider Kriegsführung – also vor Sabotage, Cyberangriffen auf Kommunikation und Energieversorgung, gezielter Desinformation sowie Aktionen, bei denen unklar bleibt, ob ein Krieg begonnen hat. Die Insel hat nur zwei feste Zufahrten: Rügendamm und Rügenbrücke. Wer dort zentrale Punkte lahmlegt oder kontrolliert, könne mit vergleichsweise geringem Aufwand enorme politische und psychologische Wirkung erzielen.

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Rückendeckung von Marcus Faber

Rückendeckung bekam Koort bereits Anfang April von Marcus Faber (42), ehemaliger Vorsitzender des Bundestags-Verteidigungsausschusses. Der FDP-Politiker hatte sich hinter Koort gestellt und sagte zu BILD: „Erkki Koort hat recht. Putins Russland baut sein Angriffspotenzial auf die Nato seit Jahren systematisch aus. Bei einer Invasion wäre Deutschland die Drehscheibe für die Unterstützung der Bündnispartner.“ Im Podcast nennt Koort jetzt erstmals einen konkreten Ort in Deutschland, der aus seiner Sicht besonders verwundbar ist: die Ostseeinsel Rügen.

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