Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal ist am Dienstag in den für seinen Transport vorgesehenen Lastkahn gelangt. Doch die Freude über diesen Schritt könnte verfrüht sein: Experten der Internationalen Walfangkommission (IWC) warnen vor einem Trugschluss und prognostizieren ein düsteres Ende für das Tier.
IWC-Experten: Wal schwer geschädigt
„Das Tier scheint schwer geschädigt zu sein und dürfte selbst bei einer Verbringung in tieferes Wasser kaum überleben“, teilte das zuständige Expertengremium für Strandungen mit. „Nach unserer Einschätzung bedeuten diese Maßnahmen, obwohl sie gut gemeint sind, eine erhebliche zusätzliche Belastung für ein Tier, das bereits schwer erkrankt ist, und bringen letztlich kaum Nutzen.“ Die IWC, 1946 gegründet, reguliert den Walfang und schützt Wale; sie zählt 89 Mitgliedsländer.
Transport ohne Sender: Kritik an fehlender Nachverfolgung
Der Buckelwal soll in einem Stahlbecken tagelang Richtung Nordsee transportiert und dort ausgesetzt werden. Das IWC Strandings Expert Panel betont, der Wal müsse dringend mit einem Sender ausgestattet werden. „Ohne Ortungsdaten gibt es keine zuverlässige Möglichkeit, den Ausgang der Intervention zu überwachen, keine Möglichkeit, ein erneutes Stranden rechtzeitig zu erkennen, um darauf zu reagieren, und keine Faktengrundlage, auf der die Entscheidung zur Intervention anschließend bewertet oder verteidigt werden kann.“ Auch Meeresbiologe Fabian Ritter kritisiert die Aktion scharf.
Bereits vor einer Woche hatte die Privatinitiative einen Sender am Wal angebracht. Doch Umweltminister Till Backhaus (SPD) erklärte, dieser Peilsender funktioniere nicht unter Wasser; ein Wechsel werde geprüft. Bislang ist das offenbar nicht geschehen. Die Initiative teilte am Mittwoch mit, der Wal solle noch einen neuen Sender erhalten. Wer später auf die Daten zugreifen könne, sei noch unklar.
Wal liegt auf Sandbett – nicht festgebunden
Der Buckelwal liegt während des Transports auf einem Sandbett im gefluteten Lastschiff. Das Umweltministerium betont, das Tier sei nicht angebunden. Ein Mitglied der Initiative berichtete, über der Barge sei ein Sonnensegel angebracht und der Wal bewässert worden. Er floate und bewege die Flipper. Gefüttert werde er nicht. Wer die Fahrt des Schleppers „Fortuns B“ live verfolgen möchte, kann den Schiffs-Ortungsdienst „Vesselfinder“ nutzen. Mittwochvormittag befand sich der Verband nördlich von Fehmarn zwischen Schleswig-Holstein und der dänischen Insel Lolland.



