Asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland unaufhaltsam aus
Die invasive Asiatische Hornisse (Vespa velutina) setzt ihren Eroberungszug in Deutschland fort. Aktuelle Zahlen aus Rheinland-Pfalz zeigen eine alarmierende Entwicklung: Während die Behörden im Jahr 2021 lediglich sechs Nester dieser eingewanderten Art registrierten, wurden im vergangenen Jahr bereits mehr als 700 Nester gezählt. Diese Zahlen gehen aus einer parlamentarischen Anfrage im Mainzer Landtag hervor, die das Umweltministerium beantwortet hat.
Exponentielles Wachstum trotz Bekämpfungsmaßnahmen
Der Anstieg von 2023 auf 2024 beträgt nahezu 100 Prozent - ein klares Zeichen dafür, dass sich die invasive Art etabliert hat und weiter ausbreitet. Das Bundesumweltministerium hat die Asiatische Hornisse mittlerweile als "weit verbreitet" eingestuft, was bedeutet, dass Naturschutzbehörden nicht mehr zur Beseitigung aller Nester verpflichtet sind.
Laut Angaben des Ministeriums ist eine Ausbreitung trotz aufwendiger Maßnahmen nicht mehr aufhaltbar. Eine intensive Bekämpfung zeige kaum Wirkung, und eine flächendeckende Beseitigung der Nester sei weder praktisch umsetzbar noch wirtschaftlich vertretbar aufgrund der hohen Kosten.
Unterschiede zur heimischen Hornisse
Die Asiatische Hornisse unterscheidet sich in mehreren Merkmalen von ihren europäischen Verwandten:
- Sie ist kleiner als die heimische Hornisse
- Ihr Körper ist dunkel gefärbt
- Charakteristisch sind ihre gelben Füße
- Sie baut ihre Gründungsnester häufig in geschützten Bereichen wie Schuppen oder Rollladenkästen
- Im Hochsommer zieht das Volk um und errichtet Sekundärnester hoch in Baumwipfeln
Viele dieser Baumnester werden erst im Herbst entdeckt, wenn die Bäume ihr Laub verlieren und die Konstruktionen sichtbar werden.
Herkunft und Verbreitung in Europa
Der Naturschutzbund Nabu erklärt, dass die aus Südostasien stammende Hornissenart sich seit Anfang der 2000er Jahre in Europa ausbreitet. Seit 2018 steht sie auf der EU-Liste invasiver Arten. Wichtig ist die Unterscheidung zur Asiatischen Riesenhornisse, die in Europa nicht vorkommt und nur vorsorglich auf die Liste gesetzt wurde, um bei einer möglichen Ansiedlung schnell reagieren zu können.
Die Vespa velutina ernährt sich hauptsächlich von anderen Insekten und gilt nicht als aggressiver als heimische Hornissenarten. Dennoch stellt ihre rasante Ausbreitung eine Herausforderung für das ökologische Gleichgewicht dar und bereitet insbesondere Imkern Sorgen, da die Hornissen auch Bienen erbeuten können.
Die Entwicklung in Rheinland-Pfalz zeigt exemplarisch, wie schnell sich invasive Arten etablieren können, wenn sie einmal Fuß gefasst haben. Experten gehen davon aus, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird.



