Versteckte Schätze in Sachsen-Anhalt: Omas Porzellan kann ein Vermögen wert sein
Versteckte Schätze: Omas Porzellan kann Vermögen wert sein

Versteckte Schätze in den Schränken Sachsen-Anhalts

In vielen Haushalten Sachsen-Anhalts schlummern wahre Kostbarkeiten, die oft unerkannt bleiben. Altes Porzellan, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde, kann unter bestimmten Umständen ein beträchtliches Vermögen darstellen. Von Tellern über Etageren bis hin zu filigranen Figuren – die Bandbreite potenziell wertvoller Stücke ist groß.

Expertenwissen aus Quedlinburg

Henry Thurisch, Inhaber des Kunst- und Versteigerungshauses Quedlinburg, kennt den Markt für antikes Porzellan genau. Der 40-jährige Experte veranstaltet regelmäßig Auktionen, die bis zu hundert Interessenten anziehen, und weiß, welche Marken bei Sammlern besonders begehrt sind.

„Bei Porzellan ist der Zustand entscheidend“, betont Thurisch. „Selbst kleine Schäden können den Wert erheblich mindern. Eine abgestoßene Ecke macht ein Stück praktisch unverkäuflich – ähnlich wie ein Auto ohne Motor.“

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Meissener Porzellan: Die Königsklasse

Besonders wertvoll sind Objekte der Porzellan-Manufaktur Meissen. Hier gilt grundsätzlich: Je älter und seltener, desto höher der Preis. Thurisch erinnert sich an ein bemerkenswertes Beispiel: „Wir verkauften ein Mokka-Service mit dem seltenen Muster '1001 Nacht' für knapp 7.000 Euro – obwohl es nur zwei Tassen umfasste.“

Doch es gibt Ausnahmen von der Regel der makellosen Erhaltung. Bei historisch bedeutsamen Stücken wie Entwürfen von Camillo Marcolini, der Ende des 18. bis ins 19. Jahrhundert Meissener Porzellan gestaltete, werden kleine Makel toleriert. „Diese Objekte repräsentieren ein Stück Geschichte“, erklärt der Antiquitätenhändler.

Weitere wertvolle Marken

Neben Meissen lohnt sich ein genauer Blick auf Porzellan der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM). Allerdings sind hier nur Stücke interessant, die vor 1990 produziert wurden. Besonders wertvoll sind handbemalte Verzierungen und Sonderanfertigungen.

„KPM fertigte beispielsweise für den Hof des Blankenburger Schlosses besondere Stücke an“, so Thurisch. „Solche Objekte können je nach Zustand zwischen 3.000 und 7.000 Euro erzielen.“ Auch Porzellan der Nymphenburger Porzellanmanufaktur kann beträchtliche Werte erreichen.

Professionelle Schätzung empfohlen

Für Laien ist der Wert von altem Porzellan oft schwer einzuschätzen. Thurisch rät daher dringend zur professionellen Beratung. „Am besten wendet man sich an jemanden, der sich wirklich auskennt“, empfiehlt der Experte.

Wie leicht man sich verschätzen kann, zeigt regelmäßig die ZDF-Sendung „Bares für Rares“. Dort identifizierte Expertin Bianca Berdin eine Porzellanfigur in Truthahnform als sogenanntes Urstück der Porzellanmanufaktur Meissen – eine besondere Auszeichnung. Trotz einer kleinen Beschädigung am Sockel schätzte sie den Wert auf 2.700 bis 3.000 Euro, was etwa dem Fünffachen der Erwartungen des Verkäufers entsprach.

Praktische Tipps für Besitzer

  • Untersuchen Sie Porzellan auf Markenzeichen und Herstellerangaben
  • Achten Sie auf besondere Verzierungen und Handbemalungen
  • Vermeiden Sie Reinigungsversuche, die das Material schädigen könnten
  • Lassen Sie potenziell wertvolle Stücke professionell schätzen
  • Bewahren Sie Originalverpackungen und Dokumentation auf

Die Schränke und Dachböden Sachsen-Anhalts bergen also durchaus Schätze, die einer genaueren Untersuchung wert sind. Mit dem richtigen Wissen und professioneller Unterstützung können aus vermeintlichem Altporzellan wertvolle Sammlerstücke werden.

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