Tauziehen um Tennis-Preisgeld: Sabalenka spricht von Boykott
Tauziehen um Tennis-Preisgeld: Sabalenka droht mit Boykott

Im Kampf um höhere Preisgelder bei den Grand-Slam-Turnieren hat Tennis-Weltranglistenerste Aryna Sabalenka mit einem Boykott gedroht. „Wir sorgen für die Show. Ohne uns gäbe es keine Turniere, keine Unterhaltung. Ich habe das Gefühl, dass wir definitiv einen größeren Anteil verdienen“, sagte die Belarussin vor dem WTA-1000-Turnier in Rom. „Ich glaube, irgendwann wird es einen Boykott geben. Das ist der einzige Weg, für unsere Rechte zu kämpfen.“

Forderung nach 22 Prozent Beteiligung

Bereits im April 2025 hatten prominente Spieler der ATP- und WTA-Tour in einem gemeinsamen Schreiben an die Organisatoren der vier Grand-Slam-Turniere – Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open – eine Beteiligung der Profis an den Einnahmen in Höhe von 22 Prozent gefordert. Am Montag, knapp drei Wochen vor Beginn der French Open am 24. Mai, wiederholten sie ihre Forderungen öffentlichkeitswirksam, nachdem das Preisgeld des Sandplatz-Highlights bekannt gegeben worden war. In einem unter anderem von Sabalenka, Weltranglistenerstem Jannik Sinner und Deutschlands Star Alexander Zverev unterzeichneten Brief äußerten die Profis ihre „tiefe Enttäuschung“.

Preisgeld bei French Open: 61,7 Millionen Euro

Insgesamt werden bei den French Open in Paris 61,7 Millionen Euro ausgeschüttet, die Sieger der Einzelwettbewerbe erhalten jeweils 2,8 Millionen Euro. Die Profis kritisieren jedoch, dass ihr Anteil voraussichtlich unter 15 Prozent der Gesamteinnahmen liegen werde. Sabalenka betonte: „Wir sind diejenigen, die die Zuschauer anziehen. Ohne uns wäre das Turnier nichts.“

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Swiatek hält Boykott für „etwas extrem“

Nicht alle Spielerinnen teilen Sabalenkas radikale Haltung. Die viermalige French-Open-Siegerin Iga Swiatek aus Polen bezeichnete einen Boykott als „etwas extrem“. Sie setzt stattdessen auf Dialog: „Das Wichtigste sind gute Kommunikation und Gespräche mit den Dachverbänden. Hoffentlich gibt es vor Roland Garros Gelegenheit für solche Treffen, und wir werden sehen, wie sie verlaufen.“

Der Streit um die Preisgelder schwelt seit Jahren. Während die Einnahmen der Turniere stetig steigen, fühlen sich viele Spieler unterbezahlt. Die Profis fordern nun eine gerechtere Verteilung, um ihre Existenz zu sichern und den Sport weiterzuentwickeln. Ob es tatsächlich zu einem Boykott kommt, bleibt abzuwarten – der Druck auf die Veranstalter wächst jedoch.

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