Skandal in DEL2-Playoffs: Strafanzeige gegen Kassel Huskies Trainer Todd Woodcroft
DEL2-Skandal: Strafanzeige gegen Huskies-Trainer Woodcroft

Eishockey-Skandal in der DEL2: Trainer Woodcroft mit Strafanzeige konfrontiert

Ein handfester Skandal erschüttert die Playoffs der deutschen Eishockey-Liga DEL2. Im Vorfeld des entscheidenden Viertelfinal-Spiels zwischen den Lausitzer Füchsen und den Kassel Huskies, das mit 3:6 endete, gipfelten die Spannungen in einer Strafanzeige gegen Kassels Cheftrainer Todd Woodcroft (53). Der Kanadier, der seit 2024 die Geschicke der Huskies leitet, soll einen Dienstleister des Weißwasseraner Vereins mit einer bedrohlichen Geste eingeschüchtert haben.

Vorfall beim Vormittagstraining eskaliert

Beim morgendlichen Training der Kassel Huskies vor der vierten Playoff-Partie beobachtete Mario Pinter, Betreiber der Eishallen-Kneipe in Weißwasser, das Geschehen von der Tribüne aus. Die Huskies-Mannschaft vermutete in ihm fälschlicherweise einen Spion der Lausitzer Füchse und forderte ihn auf, die Halle zu verlassen. Als Pinter nach einem hitzigen Wortwechsel dieser Aufforderung nicht nachkam, soll Trainer Woodcroft die umstrittene Halsabschneider-Geste gezeigt haben, woraufhin der verängstigte Kneipenbetreiber die Polizei alarmierte.

Anja Leuschner, Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz, bestätigte gegenüber Medien die Strafanzeige: „Der Vorfall ereignete sich am Dienstag gegen elf Uhr vormittags. Ein Angestellter des Gäste-Teams soll gegenüber einem Dienstleister des Weißwasseraner Vereins eine Geste gemacht haben, von der sich dieser bedroht fühlte.“ Die Anzeige wurde unter der Aktennummer 2485/26/138511 registriert, nachdem zunächst die Lausitzer Rundschau über den Skandal berichtet hatte.

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Weitere Eskalation vor Spielbeginn

Kurz vor Anpfiff des eigentlichen Playoff-Spiels kam es zu einem weiteren Eklat. Die Trainer der Kassel Huskies marschierten unangekündigt in die Schiedsrichter-Kabine und übten nach Angaben von Beteiligten mehr oder weniger deutlichen Druck auf die Unparteiischen aus. Erst als der für das Spiel eingeteilte Schiri-Beobachter hinzustieß und nachfragte, warum die Lausitzer Füchse nicht an der Besprechung teilnahmen, endete die ungewöhnliche Situation.

Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach, der erst nach dem Spiel von den Vorfällen erfuhr, zeigte sich empört: „So etwas geht überhaupt nicht. Ein Profi-Trainer hat eine Vorbild-Funktion und unterwirft sich mit Erhalt der Trainer-Lizenz einer Art Ehrenkodex. Hätte ich früher davon gewusst, hätte ich alle Hebel für ein Hausverbot in Bewegung gesetzt.“ Rohrbach informierte sowohl den Ligaverband als auch den Deutschen Eishockeybund (DEB) über die Vorkommnisse.

Zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen im Spiel

Die ungewöhnlichen Ereignisse vor Spielbeginn schienen sich auf die Partie auszuwirken. Während des Spiels sorgten die Schiedsrichter mit mehreren fragwürdigen Pfiffen für Unmut auf den Rängen. Selbst der anwesende Schiri-Beobachter soll angeblich mehrere krasse Fehlentscheidungen festgestellt haben. Es bleibt unklar, ob die Referees nach dem Auftreten der Kasseler Trainer möglicherweise verunsichert waren.

Füchse-Trainer Christof Kreutzer (58) kommentierte auf der Pressekonferenz nach der Partie: „Kassel hat heute vor dem Spiel ein paar Dinge gemacht. Wenn sie glauben, dass das der richtige Weg ist, um erfolgreich zu sein, müssen sie das selber verantworten. Die Schiris können in dem Moment gar nichts dafür. Aber wir haben es registriert.“

Sportlicher Kontext und Ausblick

Die Kassel Huskies gelten in der Playoff-Serie als haushoher Favorit und haben sich den Aufstieg in die DEL zum erklärten Ziel gesetzt. Nach mehreren gescheiterten Anläufen in den vergangenen Jahren – zuletzt im Halbfinale gegen den späteren Meister und DEL-Aufsteiger Dresden – versuchen die Huskies erneut, den lang ersehnten Aufstieg zu erreichen.

Die Lausitzer Füchse kämpfen dagegen nicht nur mit dem sportlich überlegenen Gegner, sondern auch mit einem wahren Verletzungsfluch. Kreutzer erklärte: „Inzwischen sind fast mehr Spieler verletzt als auf dem Eis. Mit dem immer kleiner werdenden Kader ist es zum Schluss extrem schwierig. Was die Jungs trotzdem geleistet haben, muss ich brutal anerkennen.“

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In der Serie liegen die Füchse nun mit 1:3 im Rückstand. Die Kassel Huskies können am Freitag in Spiel fünf den Einzug ins Halbfinale perfekt machen, während die polizeilichen Ermittlungen gegen Trainer Todd Woodcroft weiterlaufen.