EHC München beendet oberbayerischen Giftgipfel vorzeitig
Der EHC Red Bull München hat den hoch emotionalen Giftgipfel gegen die Ingolstädter Panther nicht in die siebte Runde gehen lassen. Mit einem überzeugenden 7:3-Sieg in fremden Gefilden verwandelten die Münchner ihren ersten Matchpuck in dieser Viertelfinal-Serie und schickten die Ingolstädter in den ungewollten frühzeitigen Sommerurlaub.
Trainer David warnt vor noch härterer Herausforderung
„Wir haben uns an unseren Spielplan gehalten und noch besondere Momente gehabt, wie etwa das wunderbare Tor von Tobias Rieder“, sagte EHC-Trainer Oliver David nach dem entscheidenden Spiel. „Jetzt geht es ins Halbfinale. Es wird mindestens genauso schwer wie diese Serie, wahrscheinlich noch schwerer.“
Sein Ingolstädter Kollege Mark French zeigte sich trotz der Niederlage stolz auf seine Mannschaft: „Es war ein Spiel der Fehler. Wir haben aber sicher nicht den Fehler gemacht, nicht zu kämpfen, aber am Ende haben sie uns bestraft. München ist eben einfach ein gutes Team.“
Personelle Veränderungen und Skandalspiel-Nachwirkungen
Bereits bei der Aufstellung gab es wichtige personelle Neuigkeiten für den EHC. Starverteidiger Ryan Murphy kehrte nach seiner Gehirnerschütterung aus Spiel zwei erstmals zurück, während Kapitän Patrick Hager nach dem brutalen Check von Morgan Ellis in Spiel fünf weiterhin fehlte. „Patrick ist schwer zu ersetzen, er ist unser emotionaler Leader“, sagte Münchens Playoff-Topscorer Tobias Rieder.
Die Serie war von einem Skandalspiel in Ingolstadt überschattet, bei dem München 125 Strafminuten kassierte und drei Spieler durch Spieldauerstrafen verlor. Fabio Wagners Brutalo-Check gegen Edwin Tropmann brachte dem früheren Ingolstädter Kapitän eine Sperre von mindestens 14 Spielen ein, die bis zu 17 Partien anwachsen könnte.
Spielverlauf mit wechselnder Führung
Das Spiel begann mit einem frühen Treffer von Münchens Taro Hirose in der 4. Minute, nachdem Ingolstadt-Keeper Brett Brochu einen klärenden Fehler begangen hatte. Ex-DEL-Goalie Patrick Ehelechner analysierte: „Das Tor ging auf Brochu. Den Start hatte sich Ingolstadt natürlich ganz anders vorgestellt.“
Die Panther schlugen jedoch zurück: Philipp Krauß erzielte in der 13. Minute den Ausgleich und nur vier Minuten später sogar die Führung zum 2:1. Nach der ersten Drittelpause glich Maximilian Daubner für München aus, bevor Morgan Ellis die Ingolstädter erneut in Führung brachte.
Die Münchner antworteten prompt: Philipp Krening erzielte 102 Sekunden später den erneuten Ausgleich, Chris DeSousa brachte München in der 32. Minute mit 4:3 in Führung.
Rieder setzt bemerkenswerte Torjäger-Serie fort
Der entscheidende Schlag kam in der 48. Minute von Tobias Rieder, der genüsslich durch die Ingolstädter Verteidigung tanzte und zum 5:3 vollstreckte. Damit gelang dem früheren NHL-Star sein sechster Treffer im sechsten Spiel – in jeder Partie dieses Viertelfinales war der Stürmer erfolgreich.
Als Ingolstadt fünf Minuten vor Schluss den Torhüter vom Eis nahm, nutzten die Münchner die Situation eiskalt aus: Alberts Smits traf zum 6:3, DeSousa legte drei Minuten vor Schluss noch einen Emptynetter zum 7:3-Endstand drauf.
Bilanz einer turbulenten Serie
Damit setzte der EHC Red Bull München den Schlusspunkt unter eine der turbulentesten und emotionalsten Serien der aktuellen DEL-Playoffs. Während die Münchner nun das Halbfinale planen können, müssen die Ingolstädter Panther die Saison vorzeitig beenden und sich auf die nächste Spielzeit vorbereiten.



