Vertrags-Ungewissheit überschattet Play-off-Kampf der Straubing Tigers
Die Straubing Tigers befinden sich mitten im harten Kampf um den Einzug in die Runde der besten vier Mannschaften der Deutschen Eishockey Liga. Im aktuellen Viertelfinale liegen die Niederbayern mit 2:3 Siegen in der Serie gegen die Eisbären Berlin zurück. Das entscheidende sechste Spiel findet am Samstag um 16 Uhr statt und wird bei MagentaSport und DF1 übertragen. Ein Sieg ist für die Tigers zwingend notwendig, um die Saison nicht vorzeitig beenden zu müssen.
Trainer Woodcroft ohne Vertrag für kommende Saison
Während sich das Team auf dieses entscheidende Duell vorbereitet, überschattet eine vertragliche Ungewissheit die Play-off-Phase. Craig Woodcroft, der 56-jährige Cheftrainer der Straubing Tigers, hat bisher noch keinen neuen Vertrag für die nächste Saison unterschrieben. Diese Information sorgt für erhebliche Unruhe im Umfeld des Vereins.
Der Kanadier, der selbst eine erfolgreiche Karriere als Stürmer absolvierte, bereitet seine Mannschaft akribisch auf jedes Spiel vor und gilt als sympathischer sowie fairer Sportsmann. Doch trotz seiner Verdienste – Woodcroft hatte maßgeblichen Anteil am dritten Platz der Tigers nach der Hauptrunde – scheinen die Vertragsverhandlungen ins Stocken geraten zu sein.
Finanzielle Fragen als möglicher Knackpunkt
Wie aus Kreisen der Eishockey-Szene zu erfahren ist, sollen finanzielle Aspekte die Hauptursache für die verzögerten Vertragsgespräche sein. Bei einem Fachmann von Woodcrofts Kaliber wäre eine Trennung aufgrund von Gehaltsfragen besonders bedauerlich, da der Trainer bereits in der Vergangenheit seine Qualitäten unter Beweis gestellt hat.
Woodcrofts Karriere als Trainer begann nach seiner aktiven Zeit zunächst bei den St. Louis Blues in der NHL, wo er zwischen 2010 und 2012 für die Spielerentwicklung zuständig war. In der Saison 2014/15 arbeitete er als Assistenztrainer bei den Mannheimer Adlern und gewann unter Chefcoach Jeff Ward die Deutsche Meisterschaft. Nach der Entlassung von Greg Ireland übernahm er sogar interimistisch das Cheftraineramt bei den Kurpfälzern.
Internationale Erfahrung und aktuelle Erfolge
Der gebürtige Torontoner sammelte anschließend wertvolle internationale Erfahrungen. Im April 2016 unterschrieb er einen Vertrag beim HK Dinamo Minsk aus der Kontinentalen Hockey-Liga und führte das Team zur besten Hauptrundenplatzierung in der Klubgeschichte. Nach Stationen beim HC Servette Genf in der Schweiz und einer Rückkehr nach Minsk übernahm Woodcroft schließlich im Februar 2025 das Cheftraineramt bei den Straubing Tigers.
Seitdem hat der Kanadier das Team deutlich nach vorne gebracht und mit Platz drei in der Hauptrunde eine ausgezeichnete Basis für die Play-offs geschaffen. Nun steht die entscheidende Frage im Raum: Kann Woodcroft die Tigers nicht nur sportlich, sondern auch vertraglich überzeugen?
Zukunft ungewiss trotz sportlicher Erfolge
Die aktuelle Situation wirft ein bemerkenswertes Schlaglicht auf die Professionalität im Eishockey-Geschäft. Einerseits kämpft ein Trainer mit seiner Mannschaft um den Einzug in die nächste Play-off-Runde, andererseits ist seine eigene Zukunft beim Verein völlig ungewiss. Sollte es Woodcroft gelingen, die favorisierten Eisbären Berlin aus den Play-offs zu kegeln, würde dies seine Verhandlungsposition zweifellos stärken.
Doch unabhängig vom Ausgang der Serie zeigt dieser Fall, wie schnell sich Erfolge und Anerkennung in Vertragsunsicherheit verwandeln können. Die Straubing Tigers stehen somit nicht nur sportlich, sondern auch in personeller Hinsicht vor einer wichtigen Weichenstellung für die kommende Saison.



