Abstiegs-Finale gegen Fürth: Preußen Münster und die drei großen Fragezeichen
Wenn nicht jetzt – wann dann? Exakt 162 Tage wartet das Zweitliga-Schlusslicht Preußen Münster am Samstag auf einen dringend benötigten Heimsieg. Gegen den Vorletzten Greuther Fürth soll und muss diese lange Durststrecke endlich ein Ende finden. Seit dem 2:1-Sieg gegen Kiel am 31. Oktober hat die Mannschaft von Neu-Trainer Alois Schwartz keinen einzigen Heimdreier mehr geholt. Ansonsten dürfte es im Kampf um den Klassenerhalt ziemlich düster aussehen für die Schwarz-Weiß-Grünen.
Die Ausgangslage vor dem Kellerduell
Vier Niederlagen und vier Unentschieden aus den letzten acht Heimspielen sorgen nicht gerade für Optimismus bei den Adlerträgern. Doch Trainer Alois Schwartz zeigt sich trotz der schwierigen Lage überzeugt von seiner Mannschaft. „Mit der Unterstützung unserer Fans bin ich fest davon überzeugt, dass wir den Bock umstoßen können“, erklärt der 59-Jährige vor dem wichtigen Spiel.
Besonders die defensive Stabilität konnte Schwartz in den letzten Spielen verbessern, wie das 0:0 in Kiel eindrucksvoll bewies. Was jedoch fehlt, ist die konsequente Chancenverwertung. „Alles reine Kopfsache. Vor dem Tor suchen wir noch nach der nötigen Leichtigkeit. Aber wir haben unter der Woche intensiv daran gearbeitet“, so der Preußen-Coach.
Personelle Sorgen vor dem entscheidenden Spiel
Die größte Herausforderung für Schwartz sind jedoch die personellen Engpässe. Gleich drei Leistungsträger wackeln für das Spiel gegen Fürth. Mittelfeld-Routinier Marvin Schulz muss wegen seiner fünften gelben Karte pausieren. Noch schlimmer trifft es Oscar Vilhelmsson: Der schwedische Stürmer musste am Donnerstag das Training vorzeitig abbrechen und klagt über Adduktoren-Beschwerden.
„Wir haben noch sechs wichtige Spiele vor der Brust, werden bei ihm deshalb nichts riskieren“, stellt Schwartz klar. Auch Oliver Batista-Meier ist nach einer leichten Schulterverletzung nicht sicher einsatzfähig. Der feine Techniker zog sich beim 0:0 in Kiel eine Eckgelenksprellung zweiten Grades zu. Ob er gegen die Mittelfranken spielen kann, bleibt bis zum Abschlusstraining am Freitag offen.
Als dritter Ausfallkandidat gilt Marcel Benger, der bereits gegen Kiel fehlte und weiterhin mit den Nachwirkungen einer Erkrankung kämpft. Trotz dieser personellen Probleme zeigt sich Schwartz relativ entspannt: „Wir haben viele Jungs in unseren Reihen, gerade auch fürs Mittelfeld. Tobias Raschl, Zidan Sertdemir oder Yassine Bouchama etwa.“
Die Gefahr aus Mittelfranken
Doch Schwartz warnt auch vor den Gästen aus Fürth: „Die Fürther haben in der gesamten Hinrunde lediglich 15 Punkte geholt. In der Rückrunde sind es mittlerweile schon 17 – dabei stehen sechs Partien noch aus.“ Zuletzt holten die Mittelfranken zehn Punkte aus vier Spielen, darunter gegen Spitzenteams wie Schalke, Hannover und Elversberg.
Die Preußen-Fans werden ihre Mannschaft bedingungslos unterstützen. Bereits am Samstagmorgen startet ein Fanmarsch von der Innenstadt zum LVM-Stadion. Rund 700 Fürther Anhänger machen sich dagegen auf den Weg nach Münster – ihr Block ist nicht ausverkauft.
Für Schwartz steht fest: „Wir können es schaffen, das steht für mich fest. Ansonsten hätte ich diese Aufgabe sicherlich nicht übernommen.“ Die nächsten 90 Minuten werden zeigen, ob die Preußen den ersten Schritt aus der Krise schaffen oder ob die Abstiegsgefahr weiter wächst.



