Ärger nach Pleite: Balljungen-Zoff um Leverkusen-Tor
RB Leipzig hat den ersten Matchball zur vorzeitigen Champions-League-Qualifikation vergeben und dabei auch noch für Zoff gesorgt. Die Sachsen kassierten beim 1:4 bei Bayer Leverkusen die erste Niederlage nach fünf Siegen in Folge. Doch nicht nur das Ergebnis sorgte für Frust, sondern auch die Entstehung des Leverkusener 1:0 durch Patrick Schick (30).
Was war passiert?
Bayer-Torwart Mark Flekken (32) schlug einen langen Abstoß nach vorne, der die Führung durch Schick einleitete. Zuvor hatte ihm ein Balljunge hinter dem eigenen Tor die Kugel blitzschnell zugeworfen. Clever gemacht – doch genau das soll es in der Bundesliga eigentlich nicht mehr geben. Das sogenannte „Multiball-Konzept“, bei dem in regelmäßigen Abständen am Spielfeldrand Bälle für die Profis bereitliegen, ist lediglich eine Absprache aller Bundesliga-Klubs und der DFL. Verpflichtet ist Leverkusen dazu faktisch nicht und hat sie deshalb offenbar clever umgangen.
Trainer-Kritik und Reaktionen
Leipzig-Trainer Ole Werner (37) ärgerte sich: „Wir haben erst vor einem halben Jahr bei der Trainertagung darüber gesprochen. Es ist schon ein Unterschied, ob man den Ball zugeworfen bekommt oder man ihn sich holen muss. Es geht darum, dass es einheitlich ist. Und da es die Regel gibt, sollte man sie auch einheitlich umsetzen.“ Leverkusen-Trainer Kasper Hjulmand (54) versuchte es diplomatisch: „Es geht nicht, dass es unterschiedliche Regeln gibt.“ Sportboss Simon Rolfes (44) gab sich ahnungslos: „Die Diskussion habe ich erst nach dem Spiel mitbekommen. Aber wir mögen doch alle eine hohe Netto-Spielzeit.“
Nicht allein an der Szene gelegen
Ob die Absprache künftig fest in den DFB-Statuten verankert wird, ist offen. Klar ist dagegen: An dieser einen Szene allein lag die Niederlage von RB Leipzig nicht. „Am Ende war es nur ein Detail. Klar war es das 1:0, das dem Spiel eine andere Richtung gibt. Aber Leverkusen war über 90 Minuten besser“, erklärte RB-Coach Werner und zeigte sich damit als fairer Verlierer.



