Hamburg träumt erneut von Olympischen Spielen. Bürgermeister Peter Tschentscher möchte die Spiele in die Hansestadt holen und setzt dabei auf ein Referendum am 31. Mai. Im Jahr 2015 war eine Bewerbung noch am Bürgerwillen gescheitert, doch diesmal sollen die Lehren aus der damaligen Niederlage helfen.
Weniger Investitionen, mehr Nachhaltigkeit
„Im Vergleich zur früheren Bewerbung haben wir ein paar Einwände, die diesmal nicht gelten“, sagte Tschentscher (SPD) dem SID. Der 60-Jährige betonte, dass diesmal keine großen Neu-Investitionen geplant seien. „Der gesamte Aufwand ist viel geringer, weil wir die Olympischen und Paralympischen Spiele in die Stadt integrieren wollen.“ Statt teurer Neubauten setzt Hamburg auf vorhandene Sportstätten und den öffentlichen Raum. Gemeinsam mit den Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen sollen alle olympischen Disziplinen in bestehenden Anlagen ausgetragen werden. „Dadurch haben wir nachhaltige Spiele und ein Olympia der kurzen Wege“, so Tschentscher.
Motivation durch Konkurrenz
Die erfolgreichen Referenden in München und Köln/Rhein-Ruhr sieht Tschentscher als Ansporn. „Ich sehe das Referendum der anderen Städte als Motivation für unsere Bürgerinnen und Bürger, auch ‚ja‘ zu sagen zu Olympischen und Paralympischen Spielen“, erklärte er. „Es ist die Idee unserer Kampagne, dass wir erklären, dass wir uns das leisten können, dass wir uns das auch leisten wollen, weil Olympia eine großartige Idee ist.“
Umfrage-Dämpfer für Hamburgs Olympia-Pläne
Allerdings erhielt die Bewerbung zuletzt einen Dämpfer. Eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR ergab keine Mehrheit für die Spiele. 50 Prozent der Befragten bewerteten eine Bewerbung Hamburgs „eher schlecht“, nur 41 Prozent „eher gut“. Im Vergleich dazu fiel die Zustimmung in München (66,4 Prozent) und den NRW-Kommunen (66,0 Prozent) deutlich höher aus. Tschentscher bleibt dennoch optimistisch und hofft, im Endspurt der Werbekampagne noch den Umschwung zu schaffen.



