Bayer Leverkusens Moral rettet Hjulmand: Der wildeste Plastico aller Zeiten
Leverkusen – Besinnliche Ostern unterm Bayer-Kreuz? Von wegen! Ein spektakulärer Sieg rettet Trainer Kasper Hjulmand den Job, Leverkusen wahrt mit dem völlig verrückten 6:3 gegen Wolfsburg die Chance auf die Champions League und schießt die Wölfe sowie Trainer Dieter Hecking ein Stück näher Richtung 2. Liga. Es war der wildeste „Plastico“ aller Zeiten zwischen den beiden Werksklubs!
Hjulmands Job stand auf der Kippe
Nach 38 Minuten drohte Hjulmand das Aus. Der VfL Wolfsburg führte verdient 3:1. Ausgerechnet durch drei der wichtigsten Nationalspieler in Hjulmands Zeit als dänischer Nationalcoach von 2020 bis 2024: Jonas Wind, Joakim Maehle und Christian Eriksen. Das Trio war unter der Woche im WM-Play-off an Tschechien gescheitert und musste nun den nächsten Nackenschlag hinnehmen. Hjulmand tröstete Eriksen nach dem Abpfiff.
In der Länderspielpause hatte sich Leverkusens Sport-Boss Simon Rolfes hinter Hjulmand gestellt. Der Manager sagte zu BILD: „Ein Trainerwechsel ist kein Szenario, mit dem wir uns beschäftigen.“ Er hätte sich wohl damit beschäftigen müssen, wenn Bayers Profis nicht große Moral gezeigt und sich für ihren Sturmlauf belohnt hätten. „Wir haben sehr guten Charakter gezeigt. Drei Punkte, sechs Tore – das ist sehr wichtig für uns“, meinte Hjulmand.
Wolfsburgs Talfahrt setzt sich fort
Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking ist völlig bedient. Maehle trifft mit Wut nach Elfer-Geschenk. Der Reihe nach: Wind schockt Bayer in der 16. Minute mit dem 0:1. Der Ausgleich durch Alejandro Grimaldo in der 30. Minute ist ein geschenkter Foul-Elfer, da Maehle Ibo Maza kaum berührt hatte – der schwache Schiri Martin Petersen entschied auf Strafstoß.
Maehle schlägt mit einem Wutschuss in der 31. Minute zurück und trifft mit 117,9 km/h zur erneuten VfL-Führung. Sieben Minuten später gibt es wieder Elfer – dieses Mal für Wolfsburg: Edmond Tapsoba hatte Mohammed Amoura getroffen. Die VAR-Überprüfung dauerte fast drei Minuten, ehe Eriksen verwandeln konnte. „Die Leistung des Schiedsrichters war unterirdisch“, meinte Hecking, der aber auch zugab: „Mit Beginn der zweiten Halbzeit haben wir Leverkusen eingeladen.“
Leverkusen dreht das Spiel
Dann dreht Leverkusen das Spiel. Grimaldo erzielt das wichtige 2:3 in der 44. Minute. Hjulmand macht unter Druck in der Pause alles richtig und bringt mit Patrik Schick einen zweiten Mittelstürmer. Der tschechische WM-Fahrer ist sofort vom Elferpunkt erfolgreich – 3:3 in der 53. Minute. Danach spielt praktisch nur noch Bayer. Das 4:3 durch Tapsoba ist die logische Folge. Daraufhin zoffen sich Vini Souza und Amoura – die Nerven liegen blank beim VfL. Abstiegsangst pur.
Leverkusen ist nicht mehr zu halten, erzielt durch Maza in der 73. Minute und den eingewechselten Malik Tillmann in der 96. Minute noch zwei sensationell herausgespielte Treffer. Für die Wolfsburger geht die Talfahrt weiter. Sie können im 20. Spiel in Folge nicht zu null spielen und stellen damit den Klub-Negativrekord aus dem Jahr 2014 ein. Trainer war damals auch Hecking. „Und Ihr steigt mit dem FC ab“, höhnten die Bayer-Fans.



