Bayern nach Klassiker-Sieg: Kimmich erklärt Meisterschaft für sicher, Bosse bremsen
Der FC Bayern München hat am Samstagabend das Bundesliga-Topspiel bei Borussia Dortmund mit 3:2 gewonnen und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft getan. Mit nun elf Punkten Vorsprung auf den Verfolger scheint die Titelentscheidung eigentlich besiegelt. Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel in der Bundesliga konnte kein Team je einen so großen Rückstand noch aufholen.
Kimmich: "Das werden wir nicht mehr abgeben"
Bayern-Star Joshua Kimmich (31) spricht das aus, was viele Fans bereits denken. Der Vize-Kapitän sagte bei Sky: "Jetzt haben wir elf Punkte Vorsprung, das werden wir nicht mehr abgeben." Für den Nationalspieler ist die Meisterschaftsfrage damit eindeutig geklärt. Der Sieg im Klassiker gegen den direkten Verfolger Dortmund hat die Position des Rekordmeisters weiter gefestigt.
Freund und Kompany bremsen die Euphorie
Etwas anders bewerten die Bayern-Bosse die komfortable Ausgangsposition. Sportdirektor Christoph Freund (48) hält sich mit Meisterschaftsansagen noch völlig zurück. Als ihn ein Reporter fragte, ob er Glückwünsche zur Meisterschaft annimmt, antwortete er knapp: "Nein!" Anschließend führte er aus: "Wir konzentrieren uns auf uns. Wir wollen die nächsten zehn Spiele auch gewinnen. Wenn wir so weitermachen, werden wir noch viele Spiele gewinnen. Dann kommt das andere von selbst."
Freund möchte einerseits die Spannung in der Mannschaft von Trainer Vincent Kompany (39) vor dem heißen Saison-Endspurt hochhalten. Die Bayern liegen derzeit voll auf Triple-Kurs, doch die ganz großen Kaliber kommen erst noch. In der Champions League trifft der Rekordmeister zunächst im Achtelfinale auf Atalanta Bergamo, eine machbare Aufgabe. Beim Weiterkommen würden mit Europapokal-Giganten wie Real Madrid oder Manchester City so richtig harte Brocken warten. Im DFB-Pokal-Halbfinale bekommt es der Deutsche Meister mit Bayer Leverkusen zu tun.
Kompany: "Zum Titel? Nein!"
Auch Trainer Vincent Kompany möchte von der Meisterschale noch nichts wissen. Der Belgier sagte: "Nein, noch nicht. Sie dürfen auf jeden Fall gratulieren zu einem bedeutenden Sieg für uns. Das ist ein bisschen ein eigener Wettbewerb. Das ist kein Pokal, vom Gefühl her ein Mini-Pokal. Aber zum Titel? Nein! Wir haben jetzt fünf oder sechs Spiele in Folge gewonnen, wir wollen jetzt weitermachen und dann steht es wieder auf null für mich ab Montag. Das ist eine Mentalitätssache."
Die unterschiedlichen Aussagen zeigen die verschiedenen Perspektiven innerhalb des Vereins. Während Kimmich als Spieler die emotionale Gewissheit ausspricht, halten Freund und Kompany aus taktischen Gründen die Spannung aufrecht. Ein Spannungsabfall in der Bundesliga könnte die ambitionierten Triple-Ziele gefährden, denn die Bayern wollen in allen drei Wettbewerben erfolgreich sein.
Auf der anderen Seite geht es den Verantwortlichen wohl auch um Respekt, solange nicht vom Titel zu sprechen, bis die Meisterschaftsfrage auch rein rechnerisch entschieden ist. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Kimmichs Optimismus berechtigt war oder ob die Vorsicht der Bosse angebracht ist.



