Nach Triumph in Madrid: FC Bayern vor historischer Rekordjagd in Hamburg
Zwischen den beiden Champions-League-Highlights gegen Real Madrid erwartet den FC Bayern mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC St. Pauli der vermeintlich graue Bundesliga-Alltag. Doch dieser Samstagabend am Millerntor könnte sich als historischer Tag in die Annalen des Rekordmeisters eintragen – vorausgesetzt, die Münchner nutzen ihre Torchancen besser als im Bernabéu.
Euphorie nach Madrid-Sieg, aber Warnungen vor dem Rückspiel
Die Stimmung im Teamhotel Four Seasons in Madrid war nach Mitternacht ausgelassen, als die Fluchbesieger des Bernabéu-Stadions den Festsaal betraten. „Wir haben hier das erste Spiel seit 25 Jahren gewonnen“, begann Vorstandschef Jan-Christian Dreesen seine Rede und verwies auf den 1:0-Sieg von 2001 durch Giovane Elber. Der aktuelle 2:1-Erfolg sei jedoch „nur die erste Halbzeit“ des Viertelfinals, mahnte Sportvorstand Max Eberl.
Manuel Neuer, Matchwinner mit entscheidenden Paraden, betonte: „Auf uns wartet noch ein hartes Stück Arbeit.“ Real-Coach Álvaro Arbeloa zeigte sich trotz der Niederlage zuversichtlich: „Wenn eine Mannschaft in München gewinnen kann, dann ist es Real Madrid.“ Neuer konterte: „Die Stimmung vor unseren Fans wird noch besser sein als hier.“
Kontrastprogramm am Millerntor mit Rekordchance
Vor dem entscheidenden Rückspiel in der Allianz Arena am Mittwoch müssen die Bayern am Samstag beim Bundesliga-Absteiger 1. FC St. Pauli antreten. Sämtliche drei Duelle seit dem Wiederaufstieg der Hamburger 2024 verliefen äußerst knapp:
- 1:0-Sieg für St. Pauli im November 2024
- 3:2- und 3:1-Erfolge der Bayern in Fröttmaning
Trainer Vincent Kompany wird massiv rotieren müssen, um seine Stammspieler für das Real-Rückspiel zu schonen. Dabei winkt eine historische Chance: Noch ein Treffer würde den 101. Saisontor bedeuten und den Rekord aus der Gerd-Müller-Ära (1971/72) egalisieren. Zwei Tore würden sogar eine neue Bestmarke von 102 Treffern setzen.
Umfangreiche Rotation erwartet
Kompany könnte bis auf den spiellustigen Joshua Kimmich eine komplette Elf austauschen. In der Offensive drängen Jamal Musiala, Lennart Karl und Nicolas Jackson auf Einsatzzeit – letztere beiden kamen in Madrid nicht zum Zug. Die nimmermüden Luis Díaz und Michael Olise dürften pausieren, ebenso wie der angeschlagene Torjäger Harry Kane, der noch nicht zu 100 Prozent fit wirkt.
Weitere Kandidaten für die Startelf:
- Alphonso Davies (nur 20 Minuten in Madrid)
- Leon Goretzka und Tom Bischof (beide nur in Nachspielzeit)
- Hiroki Ito, Raphaël Guerreiro und Min-jae Kim
„Der Erfolg in Madrid zeigt, dass wir viel schaffen können“, betonte Kompany. Diesen Glauben müsse die Mannschaft nun „mitnehmen in das nächste Spiel“ – und dabei vielleicht Bundesliga-Geschichte schreiben.



