Ex-Bayern-Star Benatia nach Wutrede in der Kritik: 'Peinlich' und 'Skandal'
Benatia nach Wutrede in der Kritik: 'Peinlich' und 'Skandal'

Ex-Bayern-Star Benatia nach Wutrede in der Kritik: 'Peinlich' und 'Skandal'

Der frühere Bayern-Profi Medhi Benatia steht nach einer emotionalen Pressekonferenz im Mittelpunkt der Kritik. Der Sportdirektor von Olympique Marseille hatte nach der 0:2-Niederlage beim FC Lorient am Samstag mit einer sechsminütigen Wutrede für Aufsehen gesorgt und seine eigenen Spieler scharf angegriffen.

Drastische Wortwahl sorgt für Empörung

„Ein Skandal“ – mit diesen beiden Worten beschrieb Benatia die Leistung seiner Mannschaft und löste damit eine kontroverse Debatte aus. Die französische Sportzeitung L'Équipe kritisierte, Benatia habe sich „keineswegs um die Wogen zu glätten, sondern um die von ihm zusammengestellte Mannschaft weiter zu schwächen“ zu Wort gemeldet.

Besonders deutlich wurde der ehemalige Trainer Pascal Dupraz, der in der Sendung „Les Grandes Gueules du Sport“ auf RMC polterte: „Das ist peinlich, von einem erfahrenen ehemaligen Spieler. Es ist leicht, auf die Spieler einzuhacken.“ Der 63-Jährige warf dem Marokkaner vor, mit seinen Aussagen ein alarmierendes Signal zu senden.

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Sechs Minuten voller Emotionen

Sichtlich verärgert war der 39-jährige Benatia nach der Pleite von Marseille vor die Presse getreten. Über sechs Minuten dauerte seine emotionale Stellungnahme, in der er kein gutes Haar an der Mannschaft ließ. „Ich hatte nicht vor, mich bis zum Jahresende noch zu äußern, weil ich finde, dass in den ersten sechs Monaten viel zu viel geredet wurde“, erklärte der OM-Sportdirektor.

Doch die Leistung gegen Lorient, das in der Ligue 1 nichts mehr zu verlieren hatte, veranlasste ihn zum Handeln: „Wenn ich mir das Spiel so ansehe, das wir da abgeliefert haben, muss ich, auch wenn ich eigentlich keine Lust habe zu reden, vor die Presse treten, denn das ist ein Skandal. Das ist ein Skandal.“

Harte Kritik an Spielermentalität

Benatia kritisierte insbesondere die mangelnde Einsatzbereitschaft seiner Spieler: „Du spielst gegen Lorient und gewinnst keinen Zweikampf, hast keinen Vorstoß nach vorne, bist nicht engagiert, versuchst nichts und schaust ihnen zu.“ Selbst das Verhalten nach der Niederlage stieß ihm sauer auf: „Wie viele Spieler sind in die Kabine gekommen und haben den Tisch umgeworfen? Keiner, niemand. Alles ist blitzblank, die Flaschen stehen an ihrem Platz.“

Als Konsequenz kündigte der Sportdirektor, der im Februar zunächst seinen Rücktritt eingereicht hatte, dann aber auf Bitte der Klubführung einer Fortsetzung der Zusammenarbeit bis zum Saisonende zustimmte, ein erhöhtes Trainingspensum an. „Ich habe ihnen gesagt, sie sollen für die nächsten vier Wochen nichts planen. Wir werden etwas mehr Zeit miteinander verbringen“, so Benatia.

Sportlich angespannte Lage für Marseille

Die sportliche Situation für Olympique Marseille wird zunehmend kritisch. Das Team von Trainer Habib Beye liegt nach 30 Spieltagen auf Rang vier der Ligue 1 – nur die ersten drei Mannschaften qualifizieren sich direkt für die Champions League. Lille auf Platz drei hat zwei Punkte mehr auf dem Konto, während die Verfolger Olympique Lyon und Stade Rennes Marseille am Sonntag noch überholen könnten.

Pascal Dupraz sieht in Benatias Auftritt ein strukturelles Problem: „Wenn man Benatia zuhört, kann man nur den Eindruck gewinnen, dass in diesem Verein eigentlich jeder auf sich allein gestellt ist. Das ist unerträglich.“ Der Experte betonte zudem, dass auch der Sportdirektor Verantwortung trage: „Er trägt ebenfalls Verantwortung. Und nun macht Benatia nach diesem katastrophalen Spiel in Lorient die Spieler vor der Presse schlecht.“

Benatia, der bereits in der Vergangenheit bei OM mit emotionalen Auftritten aufgefallen war, kündigte an, mit der Mannschaft an allen Bereichen zu arbeiten: „Wenn man so spielt, muss man an allem arbeiten: an der Abwehr, im Sturm, an den Kombinationen, am Einsatz, am Laufen.“ Zudem wolle er die Spieler an „das Privileg, diesen Beruf in einem Verein wie diesem ausüben zu dürfen“ erinnern.

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