Neue Ära beim BVB: Ole Book übernimmt als Sportdirektor
Eine neue Führungsära hat bei Borussia Dortmund begonnen. Ole Book (40) trat am Mittwoch offiziell seinen Posten als neuer Sportdirektor an und folgt damit auf Sebastian Kehl (46). Der Wechsel markiert einen bedeutenden Wendepunkt für den Bundesligisten, der sich in einer Phase des Umbruchs befindet.
Erste Amtshandlung: Kontakt zu Schlotterbeck
Bereits in seinen ersten Stunden im Amt zeigte Book, dass er keine Zeit verlieren will. Der neue Sportdirektor nahm direkt Kontakt zu Abwehrstar Nico Schlotterbeck (26) auf. „Ich habe Nico Schlotterbeck schon geschrieben und hoffe, dass wir zeitnah auch telefonieren. Natürlich bin ich im Thema drin“, erklärte Book in seiner ersten Pressekonferenz.
Die Vertragsverlängerung mit dem Nationalspieler war bereits von seinem Vorgänger Kehl und Sportboss Lars Ricken (49) ausgehandelt worden. Der neue Vertrag sieht eine Laufzeit bis 2031 vor und enthält eine Ausstiegsklausel in Höhe von 60 Millionen Euro bei einem Jahresgehalt von 14 Millionen Euro. Books Aufgabe ist es nun, das finale Einverständnis des Spielers einzuholen.
BVB kontaktierte Book bereits im Januar
Die Weichen für den Wechsel wurden bereits früh gestellt. Dortmund nahm bereits im Januar Kontakt zu Book auf, der zuvor bei Elversberg tätig war. Durch eine Spezialklausel konnte der Wechsel zum BVB realisiert werden. Bei seiner Vorstellung wirkte Book sympathisch, eloquent und voller Tatendrang: „Ich fühle mich absolut bereit, sofort durchzustarten.“
Seine Aufgabenliste ist umfangreich und anspruchsvoll:
- Klärung der Zukunft von Problem-Profi Karim Adeyemi (24)
- Erwirtschaftung einer Mega-Ablöse für Serhou Guirassy (29)
- Stopfen eines drohenden Finanzlochs von bis zu 27 Millionen Euro
- Aufbau eines zukunftsfähigen Kaders mit kreativen Transfers
Books Philosophie: Fleiß als Basis
Der neue Sportdirektor, der sich den Spitznamen „Perlentaucher“ erarbeitet hat, brachte seine Philosophie deutlich zum Ausdruck: „Fleiß ist die Basis des Scoutings, das Scouting ist die Basis der Kaderplanung und Kaderplanung ist die Basis des BVB-Erfolgs. Daher sollten wir mit Fleiß anfangen.“
Sportboss Lars Ricken ergänzte jedoch: „Wir spielen in Zukunft nicht mit einer U21-Mannschaft.“ Stattdessen setzt der BVB auf eine „Zwei-Wege-Strategie“, die sowohl junge Talente als auch erfahrene Spieler vereint.
Neue DNA für den BVB
Obwohl Book bewusst auf spektakuläre Titelansagen verzichtete („Sind nicht gut beraten, große Ziele rauszuposaunen“), versprach er eine neue Ausrichtung für den Verein: „Der neue Weg wird sicherlich von einer gewissen Attraktivität und Offensivstil geprägt sein.“
Der neue Manager ist seit Kindheit BVB-Sympathisant, besitzt ein Haus in seiner Heimat Beckum und unterhält eine Zweitwohnung in Dortmund. Der ehemalige Profi, der unter anderem gemeinsam mit Marco Reus für Ahlen spielte, möchte nur mit dem zweiten Teil seines Vornamens angesprochen werden: „Den Nils habe ich vor über 30 Jahren abgeschafft. Den würde ich lieber weglassen.“
Die Mission beginnt
Klubchef Carsten Cramer (57) bezeichnete Book als „richtiges Puzzleteil“ für die Zukunft des Vereins. Nun muss der neue Sportdirektor beweisen, dass er dieser Beschreibung gerecht wird. In einer Dreierführung mit Cramer und Ricken soll Book den BVB sportlich neu ausrichten und gleichzeitig die finanziellen Herausforderungen meistern.
Die ersten Schritte sind getan, doch die eigentliche Arbeit beginnt erst. Books Fähigkeit, versteckte Talente zu entdecken und gleichzeitig die etablierten Stars zu halten, wird über den Erfolg seiner Amtszeit entscheiden. Der BVB setzt große Hoffnungen in seinen neuen „Perlentaucher“, der den Verein zurück an die Spitze des deutschen Fußballs führen soll.



