UEFA-Präsident Ceferin warnt Italien: EM 2032 in Gefahr bei fehlender Infrastruktur
Ceferin warnt Italien: EM 2032 in Gefahr bei Infrastrukturmängeln

UEFA-Präsident Ceferin stellt Italien Ultimatum für Europameisterschaft 2032

Die italienische Fußballnation befindet sich in einer tiefen Krise. Nachdem sich die Squadra Azzurra zum dritten Mal in Folge nicht für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren konnte, droht nun sogar der Verlust der gemeinsam mit der Türkei geplanten Europameisterschaft 2022. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat in einem exklusiven Interview mit der Gazzetta dello Sport klare Forderungen an die italienischen Verantwortlichen gestellt.

Infrastruktur als entscheidender Faktor

Ceferin, der das entscheidende Playoff-Spiel in Bosnien persönlich verfolgte, übte scharfe Kritik an den Zuständen im italienischen Fußball. „Vielleicht sollten sich die italienischen Politiker fragen, warum Italien eine der schlechtesten Fußballinfrastrukturen Europas hat“, so der 58-jährige UEFA-Chef. Er machte deutlich, dass die geplante Austragung der EM 2032 in Italien keineswegs garantiert sei.

„Die EM 2032 ist geplant und wird stattfinden: Ich hoffe, dass die Infrastruktur bereit sein wird. Andernfalls wird das Turnier nicht in Italien ausgetragen“, stellte Ceferin unmissverständlich klar. Damit setzt er die italienischen Verantwortlichen unter erheblichen Druck, die maroden Stadien und Trainingsanlagen zügig zu modernisieren.

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Rückendeckung für Verbandschef Gravina

In dem Interview verteidigte Ceferin nachdrücklich den italienischen Fußballverbandspräsidenten Gabriele Gravina, der in den letzten Wochen zunehmend unter Druck geraten war. Italiens Sportminister Andrea Abodi hatte sich Medienberichten zufolge für einen Rücktritt Gravinas ausgesprochen.

Ceferin konterte: „Es macht mich wütend und traurig, dass es Leute gibt, die ‚im Verborgenen‘ darauf warten, dass etwas schiefgeht, um dann hervorzuspringen und mit der Kritik zu beginnen. Sie unterstützen nicht Italien, sie unterstützen sich selbst.“ Der UEFA-Präsident betonte, dass weder Gravina noch Trainer oder Spieler die alleinige Verantwortung für die sportliche Misere trügen.

Nationaltrainer Gattuso zeigt sich tief getroffen

Die verpasste WM-Qualifikation hat die italienische Fußballnation schwer getroffen. Nationaltrainer Gennaro Gattuso zeigte sich nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Bosnien emotional aufgelöst. In einem Interview mit dem Sender RAI kämpfte der ehemalige Mittelfeldstar mit den Tränen.

„Ich entschuldige mich heute, ich habe es nicht geschafft. Die Jungs haben eine solche Niederlage nicht verdient“, sagte Gattuso. „Ein solcher Schlag ist schwer zu verdauen, er tut weh. Wir wollten es für uns, für Italien, für den gesamten Sport schaffen.“ Die Bilder der fassungslosen italienischen Spieler nach dem finalen Elfmeter gingen um die Welt.

Sportliche und politische Herausforderungen

Die aktuelle Situation stellt Italien vor enorme sportliche und infrastrukturelle Herausforderungen:

  • Dritte verpasste WM-Qualifikation in Folge
  • Marode Fußballinfrastruktur laut UEFA-Bewertung
  • Politische Diskussionen über Verantwortlichkeiten
  • Drohender Verlust der EM-Austragungsrechte 2032
  • Emotionale Belastung für Spieler und Trainer

Ceferin appellierte an die Solidarität innerhalb des italienischen Fußballs: „Nennt mir einen italienischen Spieler, der nicht nominiert wurde und es hätte sein sollen? So ist Fußball, und selbst mit den besten Spielern auf dem Platz kann in einem Spiel jeder verlieren.“ Die kommenden Monate werden zeigen, ob Italien die notwendigen Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen kann.

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