MLS-Klub Cincinnati sucht neuen Thomas Müller: Transfer-Offensive geplant
Cincinnati sucht neuen Thomas Müller für Transfer-Offensive

Die Suche nach dem nächsten Thomas Müller: Cincinnati plant große Transfer-Offensive

Im "SIDE Hotel" in Hamburg sitzt Jeff Berding, Präsident des MLS-Klubs FC Cincinnati, in entspannter Atmosphäre. Der 59-Jährige, in den USA längst eine bekannte Figur, wirkt wie ein Mann, den so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann. Doch nach wenigen Minuten kommt er auf ein Thema zurück, das eigentlich längst Vergangenheit sein müsste: Thomas Müller.

Die verpasste Chance: Warum Müller nicht nach Cincinnati kam

Der FC Cincinnati wollte den 36-jährigen Bayern-Legenden im Sommer unbedingt verpflichten, doch Müller entschied sich schließlich für einen Wechsel nach Vancouver. Berding schwärmt noch immer von dem Spieler – nicht wie ein Fan, sondern wie ein Klub-Chef, der genau weiß, was er verpasst hat.

"Wir haben Thomas Müller ein sehr gutes Angebot gemacht, intensive Gespräche geführt. Er hätte perfekt zu uns gepasst", sagt Berding. Das Bemerkenswerte: Er sagt es nicht als Ausrede oder Werbesatz, sondern mit der Überzeugung, dass Müller in Cincinnati funktioniert hätte – sportlich, menschlich und als Führungsfigur.

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Mit Vancouver zog Müller sogar ins MLS-Finale ein, scheiterte dort allerdings gegen Lionel Messis Inter Miami. Für Cincinnati war Müller nicht einfach irgendein Name – sie suchten den einen Transfer, der alles verändert: einen Spieler, der Titel wahrscheinlicher macht und den Klub über die USA hinaus bekannter werden lässt.

Warum Müller der perfekte Kandidat gewesen wäre

Müller war der ideale Kandidat, weil er nicht nur Fußball spielt, sondern Fußball lebt. Eine Kabine prägt er sofort, er ist ein Typ, der überall ankommt. Zudem hatte Müller Cincinnati bereits selbst erlebt: Bei der Klub-WM spielte er mit dem FC Bayern gegen Auckland City in der Stadt.

Danach sagte er: "Man muss sagen, das gesamte Stadion und die Zuschauer waren auch sehr gut da. Sie haben hier sehr gute Bedingungen, muss man schon sagen." In Cincinnati wurde dieser Satz genau gehört – ein Spieler wie Müller, der alles gesehen hat, lobt Stadion, Fans und Bedingungen? Das war kein belangloses Interview-Zitat, sondern ein kleiner Türspalt.

Cincinnati: Vom Projekt zum Titelanwärter

Der 2015 gegründete Klub hat sich in der MLS längst etabliert. Nach anfänglich harten Jahren mit viel Unruhe und Druck blieb Cincinnati auf Kurs. Heute spielt der Klub im TQL Stadium – rund 26.000 Plätze, mitten in der Stadt, eng, laut und modern. Keine NFL-Kulisse, kein Event-Charakter, sondern reiner Fußball.

2023 lieferte Cincinnati den Beweis: Der Klub gewann den Supporters’ Shield, die Auszeichnung für das beste Team der Regular Season. Der erste große Titel der Klubgeschichte sendete ein klares Signal: Cincinnati will nicht nur mithalten, sondern gewinnen.

"Unser erstes Ziel ist es: Titel zu gewinnen", betont Berding. "Wenn uns dann noch ein bekannter Spieler aus Europa hilft, den Verein über die USA hinaus noch bekannter zu machen, wäre das ein zusätzlicher Punkt, der uns sehr gefallen würde." Erst sportliche Wucht, dann der Name, der das Ganze größer macht.

Deutsches Erbe und strategische Transferpolitik

Diese Haltung unterscheidet Cincinnati von vielen MLS-Klubs. Hier geht es nicht um den lautesten Transfer, sondern um den richtigen. Dass Berding trotzdem immer wieder Deutschland erwähnt, hat mehrere Gründe: Cincinnati ist eine Stadt mit starkem deutschem Erbe – Bierkultur, Tradition, Viertel wie Over-the-Rhine.

Im Stadion lebt das längst wieder auf: Der Klub hat sogar einen deutschen Fanclub namens "Die Innenstadt" mit Oktoberfesten, deutschem Bier und deutscher Fußball-Romantik mitten in der MLS. Doch Cincinnati sucht keinen Deutschen, weil er Deutscher ist – sie suchen den Spieler, der passt.

"Wir sehen, wie es die Orlando Magic im Basketball mit Franz und Moritz Wagner machen. Warum sollte es nicht auch im Fußball gehen?", fragt Berding rhetorisch. Ein Spieler kann mehr sein als nur ein Profi – er kann ein Gesicht sein, eine Geschichte.

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Die nächste Chance: Sommer-Transfer und WM-Effekt

Für die bereits gestartete Saison steht der Kader, doch der große Transfer soll erst im Sommer kommen. Berding setzt Hoffnungen in die WM 2026 in den USA: "Wir glauben, dass uns die WM in den USA helfen wird. Vielleicht findet der ein oder andere Nationalspieler – vielleicht auch ein deutscher –, die Bedingungen und das Land reizvoll."

Insgesamt wirkt Berding wie ein Mann, der sich nicht mehr über die Müller-Absage aufregt – aber der sie nicht vergessen hat. Die verpasste Chance hat ihm gezeigt, wie nah Cincinnati inzwischen an den ganz großen Namen dran ist. Und sie treibt ihn in einem Punkt noch mehr an: Beim nächsten Mal soll es klappen.

Cincinnatis Transferstrategie bleibt klar: Erst der sportliche Erfolg, dann der internationale Bekanntheitsgrad. Die Suche nach dem nächsten Thomas Müller geht weiter – mit der Erfahrung aus der verpassten Chance und dem klaren Ziel, beim nächsten Anlauf erfolgreich zu sein.