Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz spricht über persönliche Kritik im Netz
Die teils scharfe Kritik an seiner Person ist an Clemens Fritz nicht spurlos vorübergegangen. Der Profifußball-Geschäftsführer des SV Werder Bremen äußerte sich in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zu den Anfeindungen, die er insbesondere im Internet erfährt. „Es macht was mit mir“, gestand Fritz offen. Er betonte, dass sachliche Kritik stets in Ordnung sei, doch sollte es niemals persönlich werden. Besonders störe ihn das Verstecken hinter Pseudonymen im Netz, was eine respektvolle Diskussion erschwere.
Fehleinschätzung bei Transfer von Victor Boniface
Die Bremer kämpfen derzeit um den Verbleib in der Bundesliga, und einige bislang nicht erfolgreiche Transfers werden Fritz angelastet. Insbesondere die Verpflichtung des Stürmers Victor Boniface rückte in den Fokus. Fritz gab in dem Interview zu, dass dies aus heutiger Sicht eine Fehleinschätzung war. „Aus heutiger Sicht war das eine Fehleinschätzung“, räumte der 45-jährige Ex-Profi ein. Boniface, 25 Jahre alt, ist zwar nach seinen Knieproblemen wieder auf den Trainingsplatz zurückgekehrt, gilt aber noch nicht als Kandidat für den Werder-Kader, was die Situation zusätzlich verschärft.
Fritz wehrt sich gegen Sündenbock-Rolle
Auf die Frage, ob es ein Zeichen der Zeit sei, dass stets ein Schuldiger gefunden werden müsse, antwortete Fritz entschieden: „Ich sehe mich nicht als Sündenbock.“ Er verwies darauf, dass in schwierigen Phasen oft nach Verantwortlichen gesucht werde, doch müsse die Debatte sachlich bleiben. Vor einigen Monaten hatten Fans eine digitale Petition gestartet, die eine außerordentliche Mitgliederversammlung zur Bewertung der Amtsführung von Fritz zum Ziel hatte. Der Club teilte jedoch mit, dass eine überwiegend anonymisierte Online-Unterschriftensammlung nicht das satzungsgemäße Verfahren ersetze und keine Grundlage für eine Einberufung bilde.
Fritz betonte, dass er weiterhin voll und ganz hinter seiner Arbeit stehe und sich den Herausforderungen des Bundesliga-Kampfs stellen wolle. Die Situation bei Werder Bremen bleibt angespannt, doch der Sportchef zeigt sich bereit, aus Fehlern zu lernen und die Kritik konstruktiv zu nutzen, um den Verein voranzubringen.



