1860 München erkämpft sich Finaleinzug im Toto-Pokal
Vor einer beeindruckenden Kulisse von 14.089 Zuschauern im Jahnstadion Regensburg hat sich der TSV 1860 München einen hart erkämpften 1:0-Sieg gesichert und damit das Finale des bayerischen Toto-Pokals erreicht. Die Löwen setzten sich im Halbfinale gegen den alten Rivalen SSV Jahn Regensburg durch und dürfen nun auf die Saisonverlängerung hoffen.
Dähne wird zur Schlüsselfigur mit ungewöhnlichem Statement
Torhüter Thomas Dähne avancierte mit mehreren starken Paraden zum Matchwinner und lieferte nach dem Spiel ein bemerkenswertes Statement ab. "45 Minuten lang durchbeleidigt zu werden, ist manchmal geil!", bekannte der Schlussmann offen. Die emotionale Atmosphäre mit frenetischen Sprechchören und intensivem Fan-Duell bezeichnete Dähne als besondere Erfahrung: "14.000 Zuschauer spricht für sich, da war schon Feuer drin."
Der 1860-Keeper machte keinen Hehl aus den Ambitionen seines Teams: "Wir sind überglücklich. Wir gehen als Favorit in das Finale und wollen es auch gewinnen, das ist unser Ziel." Damit verbindet sich die Hoffnung auf den Einzug in den DFB-Pokal, der dem Pokalsieger winkt.
Haugen entscheidet Derby mit Einzelaktion
Das einzige Tor des Tages erzielte Norweger Sigurd Haugen in der 54. Minute nach einer spektakulären Einzelaktion. Trainer Markus Kauczinski würdigte den Treffer als "tolle Einzelaktion", während Abräumer Philipp Maier die besonderen Qualitäten des Stürmers hervorhob: "Wenn du einen Siggi in der letzten Linie ins Eins gegen Eins bringst mit seiner Schnelligkeit und seiner Abschlussstärke, passiert halt immer was."
Der Sieg fiel den Münchnern allerdings nicht leicht. Kauczinski gestand: "Regensburg hat uns das Leben schwer gemacht, genauso wie im ersten Spiel. Aber heute waren wir kämpferischer, haben dagegen gehalten und hatten das Quäntchen Glück auf unserer Seite." Die 0:4-Niederlage im Liga-Hinspiel gegen denselben Gegner konnte damit revanchiert werden.
Finale in Unterfranken statt Berlin
Das Pokalfinale findet am Samstag, den 23. Mai nicht in der deutschen Hauptstadt, sondern im Stadion am Dallenberg in Würzburg statt. Als niederklassiger Klub genießen die Würzburger Kickers Heimrecht, gegen die 1860 im "Finaltag der Amateure" antreten wird. Die etwa 4.000 mitgereisten Löwen-Fans skandierten bereits freudetrunken ihre Anreisepläne.
Parallel zum Pokalfinale steht für 1860 noch ein anspruchsvoller Saison-Endspurt in der Liga an. Mittelfeldspieler Tim Danhof betonte: "Wenn es spielerisch nicht so läuft, müssen wir uns auf die Tugenden fokussieren: In der Liga geht wie im Pokal viel über den Kampf." Mit fünf Punkten Rückstand auf die Relegationsplätze bleibt die Aufstiegshoffnung theoretisch erhalten.
Dähne zeigte sich zuversichtlich: "Ich glaube schon, dass wir noch ein Wörtchen mitzureden haben." Selbst die Urlaubsplanung wurde bereits so flexibel gestaltet, dass alle möglichen zusätzlichen Termine – inklusive einer potentiellen Relegation – berücksichtigt sind. Als mögliche Gegner käme dabei fast die halbe Zweite Liga infrage, nur Hertha BSC ist als Sechster ausgeschlossen.
Der Pokalsieg könnte wichtiger Schwung für die verbleibenden Ligaspiele bringen und die ambitionierten Ziele der Münchner unterstützen.



