Hansa-Legende Thomas Doll drückt Rostock die Daumen für den Aufstieg
Der Aufstiegstraum von Hansa Rostock in die 2. Fußball-Bundesliga lebt weiter – und eine Vereinslegende macht der Mannschaft Mut. Thomas Doll, der 60-jährige ehemalige Nationalspieler, glaubt fest daran, dass die Kogge noch den ersehnten Sprung in die zweithöchste Spielklasse schaffen kann. Nach dem wichtigen 2:1-Heimsieg gegen Verl steht Rostock dicht am Spitzenfeld der 3. Liga und hat realistische Aufstiegschancen.
Warnung vor gefährlichen Stolpersteinen im Endspurt
Doch vor dem anstehenden Spiel gegen den SSV Ulm am Samstag um 16.30 Uhr warnt der erfahrene Ex-Profi vor gefährlichen Stolpersteinen im Saison-Endspurt. Doll bezeichnete den Sieg gegen Verl als „richtig wichtig“, betonte aber gleichzeitig, dass der Weg nach oben kein Selbstläufer sei. Über die letzten sechs Spiele der Saison sagte der ehemalige DDR- und Deutschland-Nationalspieler mit 47 Länderspielen und 8 Toren: „Man denkt dann immer, dass es einfach ist. Einige Gegner sind im Mittelfeld, die können total locker aufspielen, denn es geht nicht nach oben und nicht nach unten. Und einige spielen gegen den Abstieg, da geht es noch einmal richtig zur Sache.“
Interessanter Vergleich mit Hertha BSC
Dass Thomas Doll Hansa Rostock weiterhin eng verfolgt, ist für ihn selbstverständlich. Besonders gefreut habe er sich über den 1:0-Auswärtssieg in Wiesbaden im März, als Rostock zwischenzeitlich auf Platz zwei übernachtete. Die aktuelle Lage erinnert ihn an einen prominenten Zweitligisten: „Das ist ein bisschen so wie bei Hertha BSC. Die riechen auch immer dran. Aber so richtig oben rutschen sie auch nicht rein und hängen immer so mit sechs, sieben Punkten hinten dran.“ Aktuell beträgt Hansas Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz fünf Punkte – ähnlich wie beim Hauptstadtklub, der allerdings auf den Relegationsplatz schielt.
Doll warnt vor steigendem Druck
Der Ex-Bundesliga-Trainer, der unter anderem den Hamburger SV, Borussia Dortmund und Hannover 96 coachte, warnt deutlich: „Auf Dauer wird das eng. Manche Teams könnten mit dem steigenden Druck am Saisonende nicht umgehen.“ Seine klare Botschaft an die Rostocker Mannschaft lautet: „Die Jungs müssen jetzt schon eine richtige Serie hinlegen, die müssen gar nicht auf die anderen schauen.“ Und weiter betont er: „Rostock muss wirklich jedes Spiel als Endspiel sehen und auch einen positiven Druck aufbauen.“
Lob für die Hansa-Macher hinter den Kulissen
Langfristig ist Thomas Doll überzeugt, dass sein Ex-Klub in die 2. Liga zurückkehren kann – nicht zuletzt wegen der starken Arbeit hinter den Kulissen. Besonders Scout und Freund Thomas Fincke hebt Doll hervor: „Er hat ein gutes Auge, ist einer, der fleißig ist, der ständig unterwegs ist. Wenn ich ihn anrufe oder schreibe, dann ist er irgendwo auf einem Platz. Meistens bei U23‑Spielen.“ Auch Sportdirektor Amir Shapourzadeh und Klubchef Ronny Maul erhalten Lob: „Das sind alles gute Jungs, denen der Verein am Herzen liegt.“
Mit dieser Mischung aus Zuversicht und realistischer Einschätzung gibt Thomas Doll Hansa Rostock wichtige Impulse für den finalen Saisonabschnitt. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Kogge den Aufstiegstraum tatsächlich verwirklichen kann.



