Chaos im Rudolf-Harbig-Stadion: Dynamo-Fans stürmen Platz
Das hochspannende Zweitliga-Topspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC ist am Freitagabend im Rudolf-Harbig-Stadion zweimal unterbrochen worden. Grund waren schwere Ausschreitungen von Fans beider Vereine, die schließlich in einer Platzstürmung gipfelten.
Pyrotechnik und Platzsturm
Bereits nach wenigen Spielminuten musste Schiedsrichter Sven Jablonski die Partie erstmals unterbrechen. Anhänger von Hertha BSC hatten in ihrem Gästeblock Pyrotechnik mit blau-weißem Rauch gezündet, während Dynamo-Fans außerhalb des Stadions ein Feuerwerk abbrannten. Die extreme Rauchbildung im Stadion machte eine Spielunterbrechung unumgänglich.
Doch das war nur der Auftakt zu noch dramatischeren Szenen. Plötzlich sprangen sowohl Hertha- als auch Dynamo-Anhänger über die Zäune und stürmten auf das Spielfeld. Besonders die Dresdner Ultras rannten quer über den Rasen in Richtung des Hertha-Fanblocks, was zu einer gefährlichen Konfrontation zu führen drohte.
Polizeieinsatz und Kapitäns-Vermittlung
Schiedsrichter Jablonski reagierte umgehend und schickte beide Mannschaften in die Kabinen. Unterdessen versuchten mehr als 100 Polizeibeamte, die auf den Platz gestürmten Dynamo-Anhänger zurück in ihren Block zu drängen. Die Beamten bildeten in der Dynamo-Hälfte zwei große Reihen mit Blick in den Ultrablock.
Die Stimmung im voll besetzten Rudolf-Harbig-Stadion war extrem aufgeheizt. Der eigentlich gelbgesperrte Dresdner Kapitän Stefan Kutschke versuchte in dieser angespannten Situation zu vermitteln und zur Deeskalation beizutragen.
Spielfortsetzung nach langer Unterbrechung
Erst etwa eine halbe Stunde nach dem ursprünglichen Anpfiff zogen die Polizeikräfte wieder vom Rasen ab. Der Stadionsprecher verkündete, dass die Partie fortgesetzt werden solle. Schiedsrichter Jablonski pfiff schließlich - offiziell - in der 19. Minute wieder an.
Die erste Unterbrechung hatte bereits nach nur drei Spielminuten stattgefunden, als die Herthaner ihre Pyrotechnik gezündet hatten. Nach wenigen Minuten hatte Jablonski die Begegnung zunächst fortgesetzt, bis es zur zweiten, weitaus dramatischeren Unterbrechung durch die Platzstürmer kam.
Das Spiel zwischen dem Tabellensechsten Dynamo Dresden und dem Aufstiegskandidaten Hertha BSC galt als eines der Highlights des 28. Spieltags der 2. Fußball-Bundesliga. Die Vorfälle überschatteten jedoch komplett den sportlichen Wettkampf und werfen Fragen nach der Sicherheit bei Fußballspielen auf.



