Eberl sieht WM-Debatte um Musiala als verfrüht an
Für Max Eberl, den Sportvorstand des FC Bayern München, kommen die aktuellen Diskussionen über einen möglichen Verzicht von Jamal Musiala auf die anstehende Weltmeisterschaft deutlich zu früh. In einem Interview mit dem TV-Sender Sky vor dem Spiel beim FC St. Pauli betonte Eberl die besondere Situation des jungen Nationalspielers.
„Echt ein Einschlag“ für den Gefühlsfußballer
„Jamal Musiala ist ein echter Gefühlsfußballer“, erklärte Eberl und bezog sich dabei auf die schwere Verletzung, die der Spieler im vergangenen Sommer erlitten hatte. „Diese Verletzung war echt ein Einschlag für ihn. Er hat den Knöchel gesehen und natürlich hat er damit noch zu tun – nicht nur körperlich, sondern auch mental.“
Der Sportvorstand zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass Musiala diese Phase überwinden wird. „Irgendwann wird dieser Moment kommen, dann wird er positive Dinge erleben“, sagte Eberl. „Zweikämpfe, vielleicht ein Tor, vielleicht ein Assist, vielleicht ein besonderer Moment gegen Real Madrid – dann wird alles vergessen sein. Dann werden wir den Jamal wiedersehen, den wir vorher hatten.“
Kahn hatte Diskussion angestoßen
Die Debatte um einen möglichen WM-Verzicht war durch Äußerungen von Oliver Kahn, dem ehemaligen Vorstandsboss des FC Bayern, ins Rollen gekommen. In der Sky-Sendung „Triple – der Hagedorn-Fussballtalk“ hatte Kahn erklärt: „Er sollte auf eine Teilnahme bei der WM verzichten. Wenn ich spüre, dass etwas in meinem Spiel nicht stimmt, dann muss ich an mir arbeiten, wieder bereit zu sein.“
Eberl hält dagegen, dass bis zur Weltmeisterschaft noch „viele entscheidende Spiele“ auf dem Programm stehen. „Nach so einer Verletzung braucht es einfach ein bisschen Zeit“, betonte der Bayern-Vorstand. „Und wenn er diesen besonderen Moment hat, dann kann noch etwas ganz Positives daraus entstehen.“
Hintergrund der Verletzung
Jamal Musiala hatte sich bei der Club-Weltmeisterschaft in den USA im Sommer 2025 schwer verletzt. Dabei erlitt er einen Bruch des Wadenbeins sowie eine schwere Verletzung am Sprunggelenk. Der 23-Jährige musste operiert werden und fiel bis zum Jahresbeginn 2026 komplett aus. Seit seiner Rückkehr sucht der Offensivspieler nach seiner alten Form und seinem gewohnten Spielrhythmus.
Interessanterweise zeigte Musiala im Spiel gegen den FC St. Pauli bereits positive Ansätze, als er wenige Minuten nach Eberls Äußerungen das Führungstor für die Münchner erzielte. Dies könnte ein erster Schritt in die von Eberl prognostizierte positive Entwicklung sein.



