Emre Cans Verletzungsdrama: BVB-Kapitän erleidet wahrscheinlich Kreuzbandriss
Sogar dem sonst so gefassten Trainer Niko Kovac (54) entfuhr ein emotionaler Satz: „Wenn sich unsere Vermutung bestätigt, ist es eine Hiobsbotschaft. Da werde ich sentimental, muss ich sagen.“ Der Grund für diese bewegenden Worte: BVB-Kapitän Emre Can (32) verletzte sich im spektakulären Bundesliga-Klassiker gegen den FC Bayern München (2:3) wahrscheinlich schwer. Der schlimme Verdacht lautet auf einen Kreuzbandriss, was dem Ex-Nationalspieler mit 48 DFB-Einsätzen eine monatelange Zwangspause bescheren würde.
Das Protokoll einer tragischen Verletzung
In der 38. Spielminute verteidigte Can im Laufduell gegen Bayerns Konrad Laimer (28) noch sauber, erhielt einen leichten, unfreiwilligen Stoß und ging auf der Kunstrasenfläche hinter der Torauslinie zu Boden. Sofort griff er sich an sein linkes Knie, rollte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht in Richtung Spielfeld. Laut späteren Aussagen von Kovac soll der Star sogar ein Geräusch im Knie wahrgenommen haben.
Über vier Minuten lang wurde Can von den medizinischen Mitarbeitern des BVB behandelt, während sich Ersatzspieler Ramy Bensebaini (30) bereits zur Einwechslung bereitmachte. Doch dann geschah das Unerwartete: Can stand wieder auf, riss sich zusammen und kehrte aufs Spielfeld zurück. Kovac erklärte: „Die Ärzte wussten auch nicht, was jetzt los ist. Sie wollten ihn untersuchen. Er sagte, ich mache jetzt weiter. Dann kannst du als Arzt natürlich auch nichts sagen.“
Das endgültige Aus und emotionale Abschiedsszenen
In der vierten Minute der Nachspielzeit, nachdem Can sogar noch einige Ballaktionen bestritten hatte, blieb er nach einem Luftduell erneut liegen und winkte noch im Fallen die Ärzte zu sich. Diesmal war Schluss. Can wurde ausgewechselt, humpelte vom Platz und hielt sich dabei sichtlich bewegt immer wieder das Trikot vors Gesicht. Kovac kommentierte: „Er hat dann nochmal weitergemacht. Und die zweite Aktion hat ihm dann, glaube ich, noch den Rest gegeben.“
Gegen 20:42 Uhr verließ Can an Krücken gehend die BVB-Kabine, nahm die Treppe zum Stadion-Umlauf, passierte die Mixed Zone und stieg in einen wartenden Mercedes-SUV. Am Steuer saß sein langjähriger Berater Shahin Shayesteh. Can nahm auf dem Beifahrersitz Platz und verharrte dort fast regungslos.
Dann spielten sich außergewöhnlich emotionale Szenen ab: Der Reihe nach kamen andere Profis am stehenden Wagen vorbei, klopften ans Fenster, um den verzweifelten Can zu trösten und zu umarmen. Unter ihnen befanden sich BVB-Dribbler Karim Adeyemi (24) und sogar Bayern-Stratege Leon Goretzka (31), der damit sportliche Rivalität für menschliche Anteilnahme überwinden ließ.
Die ungewisse Zukunft des BVB-Kapitäns
Rund 21:30 Uhr setzten sich Can und sein Berater nach langem Warten endlich in Bewegung und verließen das Stadion durch die nördliche Ausfahrt der Osttribüne. Bei den Dortmundern saß der Schock tief – Trainer Kovac, Sportdirektor Sebastian Kehl (46) und Kollege Felix Nmecha (25) sprachen noch lange über die folgenschwere Verletzung.
Wie es nun weitergeht: Can wird am darauffolgenden Sonntag genau untersucht, ein MRT soll die endgültige Diagnose bringen. Noch besteht eine kleine Resthoffnung, dass es ihn doch nicht ganz so schlimm erwischt hat.
Cans bittere Krankenakte gibt jedoch Anlass zur Sorge: Bereits 2025 musste er die hartnäckigste Verletzung seiner Karriere einstecken – Adduktorenprobleme zwangen ihn zu insgesamt 171 Ausfalltagen. Besonders tragisch: Am Ende der laufenden Saison läuft sein BVB-Vertrag aus, und eine Verlängerung mit dem Kapitän hatten die Vereinsverantwortlichen eigentlich bereits eingeplant. Nun steht nicht nur Cans unmittelbare sportliche Zukunft, sondern möglicherweise auch seine weitere Laufbahn beim BVB auf dem Spiel.



