Ehemaliger HSV-Torwart flieht vor Kriegsausbruch im Iran
Der langjährige Zweitliga-Torwart Marko Johansson hat den Iran nach dem Beginn von israelischen und amerikanischen Luftangriffen verlassen müssen. Der 27-jährige Schwede, der in Deutschland für Vereine wie den Hamburger SV, VfL Bochum, Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig gespielt hat, befand sich seit dem vergangenen September beim iranischen Club Tractor FC in Täbris.
Flucht über die Türkei nach Schweden
Am ersten Tag der Angriffe floh Johansson über die Türkei in seine Heimat Schweden. „Es wurde uns schnell klar, dass wir das Land am besten verlassen sollten“, erklärte der Torwart der „Bild“. Er packte zwei Taschen, anstatt sich auf das geplante Spiel in der asiatischen Champions League vorzubereiten.
Die Situation eskalierte, als eine Militärbasis in der Nähe des Trainingsgeländes angegriffen wurde. „Wir saßen im Hotel auf dem Trainingsgelände, als es auf einmal einen Riesen-Schlag gab. Das ganze Gebäude hat gezittert“, schilderte Johansson die dramatischen Momente.
Rasche Evakuierung durch den Verein
Innerhalb weniger Minuten organisierte der Tractor FC ein Auto für die ausländischen Spieler, darunter Johansson, vier Kroaten, einen Albaner und einen Serben. Die Fahrt zur türkischen Grenze dauerte fünf Stunden. „Während der Fahrt haben wir gesehen, wie die Iraner Raketen für den Gegenschlag vorbereitet haben“, berichtete der Torhüter.
Nach der Einreise in die Türkei flog Johansson über Istanbul nach Göteborg, wo er jetzt bei seiner Frau und seiner Tochter ist. „Meine Gedanken sind bei den Menschen im Iran. Ich bin mit vielen in Kontakt. Ich hoffe, der Konflikt geht schnell vorbei“, sagte der ehemalige HSV-Keeper.
Zukunft ungewiss
Derzeit trainiert Johansson alleine, während sein Berater sich um seinen Vertrag kümmert. Der Torwart hatte seinen Vertrag in Braunschweig auslaufen lassen und war im September zum Tractor FC gewechselt, bevor der Krieg ausbrach.



