Ehemaliger HSV-Torwart Marko Johansson flieht aus dem Iran nach Kriegsausbruch
Ex-HSV-Keeper flieht vor Krieg im Iran nach Schweden

Ehemaliger HSV-Torwart flieht aus dem Iran nach Kriegsausbruch

Der langjährige Zweitliga-Torwart Marko Johansson, bekannt von seinen Engagements beim Hamburger SV, VfL Bochum, Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig, befand sich am vergangenen Wochenende mitten im Kriegsgeschehen im Iran. Der 27-jährige Schwede, der seit September 2025 für den iranischen Club Tractor FC in der Millionenstadt Täbris spielte, floh über die Türkei zurück in seine Heimat, nachdem israelische und amerikanische Luftangriffe das Land trafen.

Plötzlicher Kriegsbeginn während der Vorbereitung

Johansson befand sich gerade mit seiner Mannschaft in der Vorbereitung auf ein Spiel der asiatischen Champions League gegen Shabab Al-Ahli aus Dubai, das für Montag geplant war, als der Konflikt eskalierte. „Am Samstagvormittag habe ich mich mit den anderen ausländischen Spielern des Vereins zum Frühstück getroffen. Dort sagte einer plötzlich, dass Teheran angegriffen wurde“, berichtete Johansson der „Bild“-Zeitung. Statt der geplanten Reisetasche für Dubai packte der Torhüter hastig zwei Taschen für die unmittelbare Flucht.

Direkte Betroffenheit durch Luftangriffe

Die Situation wurde konkret lebensbedrohlich, als ein Luftangriff eine iranische Militärbasis traf, die nur wenige Kilometer vom Trainingsgelände des Clubs entfernt liegt. „Wir saßen im Hotel auf dem Trainingsgelände, als es auf einmal einen Riesen-Schlag gab. Das ganze Gebäude hat gezittert. Wir sind vor Schreck aufgesprungen und wussten nicht, wo wir hinsollten“, schilderte Johansson die dramatischen Momente. Innerhalb weniger Minuten organisierte der Club ein Auto für die ausländischen Spieler, mit dem sie zur türkischen Grenze gebracht wurden.

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Fünfstündige Flucht mit Kriegsbeobachtungen

Die Fahrt zur Grenze dauerte fünf Stunden, während der Johansson und seine Mitspieler – darunter vier Kroaten, ein Albaner und ein Serbe – beobachten konnten, wie iranische Streitkräfte Raketen für einen Gegenschlag vorbereiteten. Nach der Einreise in die Türkei flog Johansson über Istanbul nach Göteborg, wo er nun bei seiner Frau und seiner Tochter in Sicherheit ist. „Meine Gedanken sind bei den Menschen im Iran. Ich bin mit vielen in Kontakt. Ich hoffe, der Konflikt geht schnell vorbei“, äußerte der frühere HSV-Keeper mitfühlend.

Zukunft ungewiss – Training alleine

Was seine sportliche Zukunft betrifft, trainiert Johansson derzeit alleine, während sein Berater sich um die Vertragsfragen kümmert. Der schwedische Ex-Nationaltorhüter, der nach Ablauf seines Vertrags in Braunschweig zum Tractor FC gewechselt war, zieht damit Konsequenzen aus den kriegerischen Ereignissen, die seine Karriere unerwartet unterbrachen. Seine Flucht unterstreicht die globalen Auswirkungen regionaler Konflikte auf den Profisport und die persönlichen Schicksale der Beteiligten.

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