Sportlicher Abgrund: FC Erzgebirge Aue droht der Absturz in die Regionalliga
Die Situation beim FC Erzgebirge Aue spitzt sich dramatisch zu. Mit acht Punkten Rückstand auf die rettenden Plätze scheint der Klub den Ausweg aus dem Schacht der 3. Liga nicht mehr zu finden und steht unmittelbar vor dem Abstieg in den Amateurbereich. Diese prekäre Lage führt zu erheblichen Turbulenzen hinter den Kulissen des Traditionsvereins.
Kritik an der Vereinsführung wird laut
Nach aktuellen Informationen sehen Teile des Aufsichtsrates die Arbeit des Vorstandes inzwischen äußerst kritisch. Im Fokus der Kritik stehen Klub-Präsident Thomas Schlesinger (53), der erst seit Ende November im Amt ist, sowie Sportvorstand Jens Haustein (58). Beiden wird vorgeworfen, die sportliche Wende verpasst zu haben.
Die Verantwortlichen werden dafür verantwortlich gemacht, dass mit Sportdirektor Michael Tarnat (56) und dem von ihm verpflichteten Trainer Christoph Dabrowski (47) die erhoffte Trendwende ausblieb. Ein ernüchterndes Faktum: Weder Tarnat noch Dabrowski konnten bislang einen einzigen Rückrundensieg verbuchen. Allerdings waren Korrekturen am im Sommer von Ex-Sportchef Matthias Heidrich zusammengestellten Kader in der Winterpause kaum möglich.
Streit um die strategische Ausrichtung
Die aktuelle Unruhe erklärt sich auch daraus, dass sich der FCE mittlerweile mit einem Neuanfang in der Regionalliga Nordost beschäftigen muss. Interessant dabei: Tarnat besitzt für diesen Fall offenbar keinen Vertrag. Vorstand Haustein hatte gemeinsam mit Klub-Berater Steffen Ziffert den Ex-Bayern-Star erst im Winter nach Aue geholt und plant offenbar weiter mit ihm.
Doch einige Aufsichtsräte sehen dies offenbar anders. Sie bemühen sich in der besonderen Situation, Einfluss auf die strategische Ausrichtung des Vereins zu nehmen und einen möglichen weiteren Fehler zu vermeiden. Teile des Kontrollgremiums wünschen sich einen kompletten Neuanfang mit neuem Personal und möglicherweise eine Rückkehr zur sogenannten Wismut-DNA.
Die Suche nach der regionalen Identität
Damit ist gemeint: mehr regionale Verwurzelung und das typische Aue-Gen personell wieder stärker sichtbar machen. Im Schacht des sportlichen Niedergangs ist es zurzeit sehr dunkel und ungemütlich. Erzgebirge Aue sucht verzweifelt nach dem Licht am Ende des Tunnels, während die Führungsebene mit internen Machtkämpfen beschäftigt ist.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob der Verein den drohenden Abstieg noch abwenden kann oder ob tatsächlich ein Führungsbeben die Konsequenz der sportlichen Misere sein wird. Die Diskussionen im Aufsichtsrat zeigen bereits jetzt, dass der Druck auf die Verantwortlichen immens gestiegen ist.



