Funkel im Nacken: Jetzt schon Sieg-Druck für Köln-Coach Wagner
Schaffte bei seinem Trainer-Debüt in Frankfurt ein 2:2: Kölns Interimstrainer René Wagner (37) steht bereits vor seinem zweiten Spiel gewaltig unter Druck. Beim entscheidenden Keller-Duell gegen Werder Bremen am Sonntag (15.30 Uhr) geht es für den FC und seinen neuen Coach um verdammt viel. Ein Sieg muss her, sonst muss Wagner spätestens nächste Woche beim Auswärtsspiel auf St. Pauli bereits um seinen Job bangen.
„Wir wissen, dass das ein wichtiges Spiel ist“
„Wir wissen, dass das ein wichtiges Spiel ist für uns“, sagt Wagner mit ernster Miene. „Logischerweise wollen wir das Spiel gewinnen. Ich glaube, ich habe es die letzten zwei, drei Wochen ganz gut geschafft rüberzubringen, dass wir wissen, dass es von außen Druck gibt. Wir müssen den aber intern so gering wie möglich halten und das machen wir in der täglichen Arbeit mit der Mannschaft. Wir versuchen, das an die Truppe nicht rankommen zu lassen. Ganz im Gegenteil: Wir wollen Ruhe ausstrahlen.“
Sportvorstand Thomas Kessler (40) hatte nach der Beförderung Wagners vom Assistenten zum Chef-Coach durchblicken lassen, dass die Trainer-Planung bis Saisonende nicht in Stein gemeißelt ist. „Wir haben jetzt erstmal vollstes Vertrauen in René. Am Ende ist es dann so wie bei allem - wir schauen jetzt die Spiele an“, erklärte der 40-Jährige mit deutlichen Worten.
Nur zwei Siege aus den letzten 19 Spielen
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Wagners Start in Frankfurt war mit dem 2:2 zwar solide, doch Köln ist seit acht Spielen sieglos und holte aus den letzten 19 Partien nur zwei Siege. Gegen Teams auf Augenhöhe müssen jetzt dringend Erfolge her. Bremen, das mit einem Punkt und einem Tabellenplatz vor Köln rangiert, gehört genau zu diesen Mannschaften.
Klappt es nicht gegen die Norddeutschen, bekommt Wagner wohl noch das nächste Spiel auf St. Pauli. Kölns Notfall-Plan steht bereits: Geht alles schief in diesen beiden Abstiegs-Thrillern, steht Friedhelm Funkel (72) als Retter für das Saison-Finale bereit. Der erfahrene Trainer hatte Köln in der vergangenen Saison noch zum Aufstieg geführt.
„Wir müssen sechs Punkte holen!“
Dass es beim FC in den nächsten beiden Spielen nur um Siege geht, hatte Angreifer Jakub Kaminski (23) direkt nach dem 2:2 in Frankfurt bereits unmissverständlich klargemacht. „Jetzt kommen die großen Spiele für uns. Wir müssen alles dafür tun, um in den nächsten beiden Spielen sechs Punkte zu holen!“, forderte der 23-Jährige mit Nachdruck.
Sonst wird es eng. Sehr eng sogar. Für den 1. FC Köln – und ganz besonders für Interimstrainer René Wagner, der den Druck des legendären Friedhelm Funkel bereits deutlich im Nacken spüren kann.



