Gladbach-Fans boykottieren Bier und Bratwurst: Kreativer Protest gegen RB Leipzig
Die Fans von Borussia Mönchengladbach setzen ihren langjährigen Protest gegen RB Leipzig auf eine neue, ungewöhnliche Weise fort. Die Dachorganisation FPMG Supporters Club hat für das Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zu einem Boykott von Bier und Bratwurst im Leipziger Stadion aufgerufen. „Verzichtet ausnahmsweise auf das Bier und die Wurst im Stadion“, lautet die klare Aufforderung. Hintergrund ist der Versuch, den als kommerziell kritisierten Verein RB Leipzig finanziell zu treffen, da jeder weitere Euro, der direkt oder indirekt an RB geht, als kontraproduktiv angesehen wird.
Traditioneller Protest mit neuen Mitteln
Der Protest der Gladbach-Fans gegen RB Leipzig hat bereits eine gewisse Tradition. Seit Jahren etabliert ist das laute Trillerpfeifen-Konzert in den ersten 19 Minuten bei jedem Ballbesitz der Leipziger, was als elementarer Bestandteil des Widerstands gilt. Dies habe sich mittlerweile etabliert und ist ein elementarer Bestandteil unseres Protestes, betonen die Fans. Der Protest richtet sich gegen das „verhasste Konstrukt, das im Widerspruch zu allen Werten und Überzeugungen“ stehe, womit die von Red Bull unterstützte Vereinsstruktur gemeint ist.
Da am Einlass des Leipziger Stadions mittlerweile penibel auf Trillerpfeifen kontrolliert wird, suchten die Gladbach-Anhänger nach alternativen Protestformen. „Während der Erwerb einer Eintrittskarte unumgänglich ist, um den Protest gegen RB und die Unterstützung unseres Vereins zu ermöglichen, sollte auf den Konsum von Speisen und Getränken im Stadion verzichtet werden“, heißt es in dem offiziellen Aufruf. Stattdessen wird empfohlen, sich mit Verpflegung außerhalb des Stadions, etwa in der Stadt oder in der Umgebung, einzudecken.
Finanzielle Auswirkungen des Boykotts
Die Einnahmen durch Bratwurst und Bier im Stadion können durchaus signifikant sein. Während RB Leipzig keine genauen Zahlen zu den Catering-Einnahmen veröffentlicht, gibt es Vergleichswerte von anderen Bundesliga-Vereinen. Laut „Sport Bild“ nahm Borussia Dortmund in der Saison 2024/25 pro Spiel etwa eine Million Euro mit Catering ein. Der BVB hat dabei einen Zuschauerschnitt von über 80.000, während Leipzig mit etwas mehr als der Hälfte davon rechnet. Für das anstehende Spiel stehen den Gladbach-Fans 4.735 Plätze im Gästebereich zur Verfügung, was das Potenzial für spürbare finanzielle Einbußen erhöht.
Dies ist bereits das zehnte Auswärtsspiel von Borussia Mönchengladbach in Leipzig. Von den bisherigen neun Begegnungen fanden zwei aufgrund der Corona-Pandemie ohne Zuschauer statt, was die Bedeutung der aktuellen Protestaktion unterstreicht. Sportlich haben die Proteste den Gladbachern bisher jedoch wenig genützt: Gladbach hat noch nie in Leipzig gewonnen, viermal endete das Spiel unentschieden.
Sportliche und persönliche Hintergründe
Neben dem finanziellen Aspekt gibt es auch sportliche und persönliche Gründe für die angespannte Stimmung. Das Spiel markiert den ersten Auftritt von Gladbachs Kapitän Rocco Reitz in Leipzig, nachdem sein Wechsel zu RB Leipzig im kommenden Sommer bekannt geworden ist. Dies fügt der ohnehin schon emotional aufgeladenen Begegnung eine weitere persönliche Note hinzu.
Die Gladbach-Fans zeigen mit dieser Aktion erneut ihre Kreativität und Entschlossenheit im Protest gegen RB Leipzig. Während der traditionelle Trillerpfeifen-Protest weiterhin stattfindet, setzen sie nun auf wirtschaftlichen Druck durch den Verzicht auf Stadionverpflegung. Ob dieser Boykott tatsächlich spürbare finanzielle Folgen für RB Leipzig haben wird, bleibt abzuwarten, doch er unterstreicht die anhaltende Ablehnung vieler Fußballfans gegenüber dem Leipziger Vereinsmodell.



