Gladbach-Fans verhängen selbst Bratwurst-Verbot bei Bundesliga-Gastspiel in Leipzig
Bei ihren Gastspielen in Leipzig demonstrieren die Gladbach-Fans seit Jahren ihre deutliche Abneigung gegen RB Leipzig. Während deftige Plakate und Trillerpfeifen-Aktionen bei Spielen gegen die Sachsen fast schon zur Tradition gehören, überraschen die Borussia-Ultras nun mit einer völlig neuen Protestmaßnahme.
Boykott von Stadionverpflegung als finanzielle Protestform
Der „FPMG Supporters Club e.V.“, die einzige von Borussia Mönchengladbach offiziell anerkannte Dachorganisation und Interessenvertretung für alle Fans mit 6500 Mitgliedern, ruft in einem Statement vor dem Duell am Samstag (15.30 Uhr) in Leipzig zu einem ungewöhnlichen Verzicht auf. „Verzichtet ausnahmsweise auf das Bier und die Wurst im Stadion“, lautet die klare Aufforderung an die etwa 4700 mitreisenden Gladbach-Anhänger.
Die Begründung der Ultras ist eindeutig finanziell motiviert: „Während der Erwerb einer Eintrittskarte unumgänglich ist, um den Protest gegen RB und die Unterstützung unseres Vereins zu ermöglichen, sollte auf den Konsum von Speisen und Getränken im Stadion verzichtet werden. Jeder weitere Euro, der direkt oder indirekt an RB geht, ist kontraproduktiv und im konkreten Fall vermeidbar.“
Traditionelle Protestformen bleiben erhalten
Neben dem Aufruf zum Verzicht auf Stadionverpflegung kündigen die Borussia-Ultras auch die bewährten Protest-Maßnahmen der vorherigen neun Leipzig-Gastspiele an. Dazu gehört der mittlerweile etablierte 19-minütige Stimmungsverzicht, der durch lautstarkes Pfeifen unterstützt wird, während der Gegner in Ballbesitz ist. Dieser Protest wird als elementarer Bestandteil der Fan-Demonstration beschrieben.
Zusätzlich soll erneut auf das Aufhängen von Fanclub- und Gruppenfahnen verzichtet werden. Die Gladbach-Anhänger werden stattdessen aufgefordert, die zahlreichen gastronomischen Alternativen in der Stadt Leipzig bei ihrer An- und Abreise zum Stadion zu nutzen.
Sportliche Bilanz und Auswirkungen des Protests
Fraglich bleibt, ob der anhaltende Hass und der ausbleibende Support gegen RB Leipzig auf der Tribüne die aktuell abstiegsbedrohten Gladbach-Spieler auf dem Rasen tatsächlich beflügeln können. Die sportliche Bilanz der Borussia beim ungeliebten Konkurrenten fällt bisher nämlich durchwachsen aus: In neun Gastspielen gab es noch keinen Sieg und lediglich vier Unentschieden.
Die Protestkultur der Gladbach-Fans gegen RB Leipzig hat sich über Jahre entwickelt und zeigt sich in verschiedenen Formen:
- Sitzstreiks während der Spiele
- Organisierte Fan-Boykotts
- Kreative Plakate und Transparente
- Koordinierte Pfeifkonzerte
- Nun auch finanzieller Boykott durch Verzicht auf Stadionverpflegung
Diese Entwicklung unterstreicht die anhaltende Spannung zwischen traditionellen Bundesliga-Vereinen und dem umstrittenen RB-Leipzig-Konstrukt, das von vielen Fans kritisch betrachtet wird.



