Der deutsche Basketball-Klassiker zwischen dem FC Bayern Basketball und Alba Berlin – drei Spieltage vor Schluss könnte es bereits ein Vorgeschmack auf ein mögliches Play-off-Finale sein. Und dieser Vorgeschmack kann sich sehen lassen: In einem spannenden und teils hochklassigen Spiel gewinnt Bayern gegen starke Berliner mit 85:79, sichert sich damit drei Spiele vor Schluss Platz 1 in der Hauptrunden-Tabelle und das Heimrecht bis zu einem möglichen Play-off-Finale. Über dem Topspiel schwebt jedoch weiterhin die anhaltende Trainerfrage bei den Bayern.
Überraschende Aussagen von Herbert Hainer
Vor dem Spiel stellte sich Herbert Hainer im Interview bei Dyn-Moderatorin Anett Sattler und Experte Patrick Femerling. Es entwickelte sich ein interessantes Gespräch, in dem Sattler hartnäckig nachbohrte und der Bayern-Präsident staatsmännisch souverän antwortete. Vor allem eine Aussage ließ aufhorchen! Als Sattler wissen wollte, ob Bayern die von Bamberg-Boss Philipp Höhne aufgerufene Ablöse von einer Million Euro für Anton Gavel zahlen würde, sagte Hainer: „Ich kann nur zwei Dinge sagen. Zum einen: Der FC Bayern hat noch nie eine Ablöse für einen Trainer bezahlt, auch wenn das schon mal als Gerücht rumgegangen ist in der Vergangenheit.“
Trainer mit internationaler Erfahrung gesucht
Dann machte Hainer eine überraschende Aussage: „Und das zweite ist: Wir suchen einen Trainer, der unsere Ambitionen, die wir haben als FC Bayern, verwirklicht, der Erfahrung auf internationalem Niveau hat, und wenn wir so weit sind, dass wir einen Trainer haben, dann werden wir es auch bekanntgeben.“ Erfahrung auf internationalem Niveau? Das klingt plötzlich so gar nicht nach Gavel, der noch nie in der Euroleague trainiert hat. Hat Bayern einen anderen Top-Kandidaten – oder ist es nur Teil des Pokers um den Wunschtrainer? Auf mehrere Nachfragen von Sattler ließ sich Hainer nicht locken, sagte nur: „Ach, ich spreche mit vielen Menschen und ich habe mit ihm auch gesprochen, als sie hier gespielt haben, und als wir jetzt in Bamberg gespielt haben, weil ich ihn ja noch kenne aus der Bayern-Zeit, als er bei uns gespielt hat. Aber das war auch alles.“
Expertenmeinung: Gavel wäre ein Match
Für Rekordnationalspieler Femerling steht fest, dass auch der auf höchstem Niveau unerfahrene Gavel ein Match wäre: „Ich glaube, dass er von der Grundintensität, von seinem Arbeitsethos und von dem, für was er steht, super hierhinpassen würde. Ist die Frage, wie er das mit dem Ego-Management hinkriegt, weil natürlich dann nicht eine 8er-, 9er-, 10er-Rotation da ist, sondern 14 Spieler, die spielen wollen. Aber ich traue ihm das auf jeden Fall zu und ich wünsche ihm das auch, dass er in so eine Situation oder eine ähnliche Situation kommt.“
Spielanalyse: Bayern sichert Platz 1
Bis zum Saisonende steht noch Svetislav Pešić an der Linie – und der sah ein gutes Spitzenspiel. Vor allem Topstar Andreas Obst lief zwischenzeitlich heiß und wurde mit 18 Punkten bester Werfer der Partie. Bayerns Europameister Oscar da Silva: „Wir haben generell am defensiven Brett noch Arbeit zu tun, das ist etwas, wo wir für die Play-offs noch zulegen müssen. Für den Heimvorteil, für unsere eigenen Ansprüche war es wichtig, Platz 1 zu sichern.“ Doch auch Alba schöpft Hoffnung. „Ich glaube, dass die Bayern nicht unschlagbar sind“, sagte Albas Top-Scorer Malte Delow (15 Zähler), „man hat gesehen: Wenn wir gute Phasen haben, dann können wir echt gut mithalten. Man darf den Bayern aber keine einfachen Sachen geben. Dann kommt Andi und haut dir drei Dreier rein.“



