Hamann stellt sich gegen Comeback von Manuel Neuer in der Nationalmannschaft
Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Dietmar Hamann hat sich deutlich gegen eine mögliche Rückkehr von Torhüter Manuel Neuer in die DFB-Auswahl positioniert. In seiner aktuellen Kolumne für Sky argumentiert der Vize-Weltmeister von 2002, dass Oliver Baumann nach seiner Leistung in der WM-Qualifikation den Platz im Tor verdient habe.
Baumanns Verdienste und die Mannschaftsdynamik
„Oliver Baumann hat die gesamte Qualifikation gespielt und wenn man jetzt kurz vor der WM Neuer zurückholen würde, frage ich mich, ob das auch in der Mannschaft so positiv aufgenommen werden würde“, schreibt Hamann. Er betont, dass Baumann sehr gut gehalten und sich seine Position beim DFB redlich erarbeitet habe. Eine Rückkehr Neuers kurz vor der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli 2026) könnte daher die Teamharmonie gefährden.
Oliver Kahn rät zum Karriereende unter bestimmten Bedingungen
Auch der ehemalige Torwart-Legende Oliver Kahn äußert sich kritisch zu Neuers Zukunft. In der Sky-Sendung „Triple – der Hagedorn-Fussballtalk“ fragt er, ob nicht der perfekte Zeitpunkt für einen Rücktritt gekommen sei: „Ist das jetzt nicht der perfekte Zeitpunkt, mit Bayern nochmal alle Titel mitzunehmen und dann wirklich auf dem allerhöchsten Punkt auszusteigen?“ Kahn verweist auf die extremen Bedingungen bei der WM in den USA mit über 40 Grad im Schatten und hinterfragt, ob sich Neuer das noch antun müsse.
Die aktuelle Debatte nach Bayern-Sieg
Nach dem 2:1-Sieg des FC Bayern im Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel bei Real Madrid waren die Rufe nach einer Rückkehr Neuers in die Nationalmannschaft lauter geworden. Hamann sieht dies jedoch differenziert: „Zweifelsfrei hat Manuel Neuer einen großen Anteil daran, dass der FC Bayern vor dem CL-Rückspiel gegen Real in einer sehr guten Ausgangslage steckt.“ Allerdings betont er, dass Neuer selbst nach der Heim-EM 2024 aus der Nationalmannschaft zurückgetreten sei und ein Comeback damals ausgeschlossen habe.
Almuth Schult beschreibt extreme Diskussionskultur
Die frühere Nationaltorhüterin Almuth Schult beschreibt im Podcast „Almuths Pausen-T“ des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) die aktuelle Debatte als eine, die in den Extremen geführt werde. „Neuer sei entweder unglaublich gut oder grottenschlecht. Viele sehen ihn immer noch als Ikone, bewerten ihn demnach sehr kritisch – und das macht man normalerweise nur mit den Besten“, so Schult. Diese Polarisierung zeige, welch hohen Stellenwert der 40-jährige Torwart noch immer im Fußball habe.
Keine Anstalten von Bundestrainer Nagelsmann
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat bislang keinerlei Signale gesendet, Neuer für die anstehende WM zurückzuholen. Der Weltmeister von 2014 hatte sein Karriereende in der Nationalmannschaft nach der EM 2024 besiegelt und ein Comeback kategorisch ausgeschlossen. Die aktuelle Diskussion wird daher vor allem von externen Stimmen wie Hamann und Kahn befeuert, während der DFB selbst auf Kontinuität mit Baumann zu setzen scheint.



