Bundesliga: Heidenheims Moral belohnt sich nicht - Gladbach verpasst Sieg gegen Schlusslicht
Mit einem lauten Pfeifkonzert wurden die Profis von Borussia Mönchengladbach von ihren eigenen Fans in die Osterfeiertage verabschiedet. Das 2:2-Unentschieden gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht 1. FC Heidenheim hat die Borussia wieder mitten in den Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga zurückgeworfen. „Wir sind alle enttäuscht, unser Anspruch ist definitiv, so ein Spiel zu gewinnen“, erklärte Mönchengladbachs Sportchef Rouven Schröder nach der enttäuschenden Partie.
Gladbachs Abstiegssorgen wachsen
In der Tabelle könnte nach den Sonntagsspielen der Konkurrenz der Vorsprung der Borussia auf den gefährlichen Relegationsplatz 16 auf nur noch drei Punkte schrumpfen. Die Heidenheimer bewiesen dagegen einmal mehr ihre beeindruckende Moral - auch wenn das zweite Remis in Serie den Klassenerhalt vermutlich nicht mehr retten wird. „Zu wenig zum Leben, zum Sterben zu viel“, fasste Kapitän Patrick Mainka die Situation seines Teams treffend zusammen.
Spannende Partie mit wechselnder Führung
Nach dem frühen Führungstreffer durch Gladbachs 17-jährigen Wael Mohya in der 16. Minute drehten Mainka (26.) und Mamon Busch (64.) die Partie für die Gäste. Den endgültigen Schlusspunkt setzte vor 52.129 Zuschauern im Borussia-Park jedoch Frank Honorat (74.) mit dem Ausgleichstreffer zum 2:2.
„Es ist extrem ärgerlich, weil ich glaube, mit drei Punkten, auch wenn viele uns wahrscheinlich schon abgeschrieben haben, wäre es mit Sicherheit noch mal interessant geworden“, sagte FCH-Mittelfeldspieler Niklas Dorsch nach dem Spiel. Doch es war bereits die 15. sieglose Partie in Serie für den Tabellenletzten.
Heidenheims gute Leistung ohne Belohnung
Wie schon beim 3:3 gegen Bayer Leverkusen, als die Heidenheimer ein 0:2 aufholten, zeigte die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt auch am Samstag eine beachtliche Leistung. Selbst als Gladbachs Mohya, der den Vorzug vor Kevin Stöger erhielt, mit seinem ersten Tor in einem Heimspiel früh für die Führung sorgte, gaben die Heidenheimer nicht auf.
Im Gegenteil: Mainka traf kurz darauf nach einem Freistoß von Niklas Dorsch per Kopf zum Ausgleich, und nach der Pause war Busch zur Stelle. Nur Borussia-Keeper Moritz Nicolas verhinderte mit seinen Paraden gegen Honsak (44.) und Mainka (45.+2) weitere Gegentore.
Gladbachs unbefriedigende Leistung
Heidenheim konnte sich aber nicht für die gute Leistung gegen einen Gegner belohnen, dem der Druck, gegen einen designierten Absteiger gewinnen zu müssen, deutlich anzumerken war. Gladbach hatte zwar mehr Ballbesitz, agierte aber zu behäbig im Spielaufbau, zeigte viele Unsicherheiten im Passspiel und war lange Zeit in der Offensive zu harmlos.
Erst nach der Einwechselung von Torjäger Haris Tabakovic und dem Ausgleich durch Honorat wurde es in der Schlussphase ein ums andere Mal gefährlich im Heidenheimer Strafraum. „Aber am Ende ist es ein gerechtes Unentschieden, auch wenn wir enttäuscht sind“, räumte Gladbachs Sportchef Schröder ein.
Die Fans im Borussiapark quittierten die Leistung ihrer Mannschaft mit anhaltendem Unmut. „Das können wir deutlich besser, das ist klar“, sagte Schröder. Doch die Tatsache bleibt: Während Heidenheim weiterhin auf den ersten Sieg in dieser Saison wartet, steckt Gladbach tiefer im Abstiegskampf als erhofft.



