Hertha Zehlendorf feuert Trainer Tilman Käpnick kurz vor wichtiger Partie
Bei Hertha Zehlendorf hat es einen überraschenden Trainerwechsel gegeben. Nur wenige Stunden vor dem Regionalliga-Spiel am Dienstag gegen die BSG Chemie Leipzig trennte sich der Berliner Verein von seinem Trainer Tilman Käpnick (32). Der 32-Jährige hatte das Team erst seit Oktober 2025 trainiert und stand mit dem Tabellenletzten der Regionalliga Nordost in einer schwierigen Situation.
Präsident spricht von überschrittenen roten Linien
Zehlendorf-Präsident Kamy Niroumand begründete die Entscheidung mit deutlichen Worten: „In den vergangenen Tagen sind rote Linien überschritten worden, die uns keine andere Wahl gelassen haben. Eine weitere Zusammenarbeit war unter diesen Umständen nicht mehr möglich.“ Der Klub verzichtete zunächst auf konkrete Details, doch hinter den Kulissen brodelte es bereits seit Tagen.
Vertrauensbruch bei Vertragsverlängerung als Hauptgrund
Nach Informationen aus Vereinskreisen ging der Konflikt maßgeblich um die geplante Vertragsverlängerung Käpnicks. Interessanterweise wollte der Verein den Trainer auch im Falle eines Abstiegs weiterbeschäftigen. Erste Gespräche dazu hatte es bereits gegeben, wobei sich beide Seiten darauf verständigt hatten, noch einige Spiele abzuwarten, bevor eine offizielle Verlängerung bekannt gegeben werden sollte.
Doch nach der deutlichen 0:4-Niederlage am vergangenen Samstag in Babelsberg soll Käpnick den Spielern gegenüber Andeutungen gemacht haben, dass er über den Sommer hinaus Trainer bleiben werde. Für die Vereinsführung stellte dies einen klaren Vertrauensbruch dar, da man explizit vereinbart hatte, die Entscheidung noch nicht öffentlich zu kommunizieren.
Überforderung der Spieler durch anspruchsvolles Training
Ein weiterer kritischer Punkt war der Trainingsstil Käpnicks. Der ehrgeizige Coach soll einige Spieler mit seinen umfangreichen Spielanalysen und seinem anspruchsvollen Trainingsprogramm überfordert haben. In der angespannten Situation als Tabellenletzter wirkten sich diese Methoden offenbar kontraproduktiv aus und führten zu zusätzlichem Druck innerhalb der Mannschaft.
Die Kombination aus Vertrauensbruch bei der Vertragsverlängerung und der Überforderung der Spieler führte schließlich zur sofortigen Trennung. Der Verein sah keine Möglichkeit mehr, die Zusammenarbeit unter diesen Umständen fortzusetzen.
Suche nach Nachfolger läuft
Wer nun neuer Cheftrainer bei Hertha Zehlendorf wird, ist noch völlig offen. Die Vereinsführung muss schnell handeln, um die Mannschaft in der schwierigen Abstiegssituation zu stabilisieren. Die Regionalliga Nordost bleibt damit auch weiterhin eine der spannendsten und unberechenbarsten Ligen im deutschen Fußball.
Die Entlassung kurz vor dem wichtigen Spiel gegen die BSG Chemie Leipzig unterstreicht die Dringlichkeit, mit der der Verein die Situation einschätzt. Für Tilman Käpnick endet damit sein erstes Engagement bei Hertha Zehlendorf nach nur wenigen Monaten überraschend früh.



