Manuel Härtel schreibt TSG-Geschichte mit historischem Torrekord
Als der Ball zum fünften Mal im Netz zappelte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Manuel Härtel drehte nach seinem zweiten Treffer im Heimspiel gegen Schlusslicht Viktoria Berlin ab, sprintete zur Seitenlinie – und fiel dem Mann in die Arme, dessen Rekord er gerade gebrochen hatte.
Emotionaler Moment mit besonderer Symbolkraft
Velimir Jovanovic, heute Co-Trainer des Fußball-Oberligisten TSG Neustrelitz, umarmte den jungen Stürmer herzlich. Dieser Augenblick markierte einen historischen Wechsel: Mit seinem Doppelpack beim 5:0-Heimsieg gegen die Berliner ist Härtel nun der treffsicherste Spieler der TSG seit der Wendezeit. In nur 75 Pflichtspielen erzielte der 24-Jährige sensationelle 67 Tore für den Verein und überholte damit Jovanovic, der bei 66 Treffern steht.
Für den Angreifer selbst bedeutet dieser Rekord weit mehr als nur eine statistische Zahl. „Persönlich war das für mich eigentlich so ein Meilenstein, den ich jetzt erreicht habe“, erklärt der gebürtige Lübbener. Der Verein habe ihm in der Vergangenheit viel gegeben, betont der TSG-Kicker mit der Rückennummer sieben, und er wolle dies einfach zurückzahlen.
Unerwartete Karriereentwicklung mit beeindruckender Bilanz
Dass Härtel diesen erfolgreichen Weg überhaupt einschlagen würde, war keineswegs selbstverständlich. „Ich bin als junger Spieler hergekommen, hatte eigentlich nicht so die große Perspektive damals“, erinnert er sich. Vor der Saison 2023/24 wechselte er von Optik Rathenow zur TSG Neustrelitz – eine Entscheidung, die sich in beeindruckender Weise ausgezahlt hat.
Umso größer ist die Bedeutung dieses historischen Moments für ihn, der als Zeichen seiner kontinuierlichen Entwicklung in den vergangenen drei Jahren steht. Doch der ambitionierte Stürmer denkt bereits weiter und hat in der laufenden Oberliga-Saison das nächste große Ziel fest im Blick.
Jagd auf die Torjägerkanone und Titelambitionen
„Ich habe mir vorgenommen, dieses Jahr einfach auch die Torjägerkanone zu holen“, sagt Härtel mit unverkennbarem Selbstbewusstsein. Seine treffende Motivation formuliert er ebenso direkt: „Ich bin halt geil auf Tore.“ Aktuell steht der Angreifer bei 19 Saisontreffern und hat damit nur zwei weniger auf dem Konto als das Führungsduo Nils Stettin (Eintracht Mahlsdorf) und Pedro Vitor Cruz Magalhaes (Tasmania Berlin).
Der TSG-Rekord sei für ihn der erste wichtige Meilenstein gewesen, der zweite solle nun mit der Torjägerkanone folgen. Für Neustrelitz läuft es derzeit insgesamt hervorragend: Mit zehn Siegen aus den vergangenen zwölf Spielen hat sich das Team in der Spitzengruppe der Oberliga Nord festgesetzt und belegt aktuell den dritten Tabellenplatz.
Optimistische Aufstiegshoffnungen und nächste Herausforderungen
Bei neun Punkten Rückstand auf Spitzenreiter SV Lichtenberg 47 bleibt Raum für vorsichtigen Optimismus. „Sag niemals nie“, meint Härtel mit Blick auf den möglichen Aufstieg in die Regionalliga. Doch dazu muss der Neustrelitzer Fünftligist die kommenden Aufgaben seriös angehen.
Am Sonntag treten die Neustrelitzer beim Tabellenvorletzten Croatia Berlin an – im Friedrich-Ebert-Stadion um 14 Uhr. In der Hauptstadt hat die TSG noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen, das mit 0:1 verloren ging. Für Manuel Härtel, dessen Vertrag noch bis Juni 2027 gültig ist, präsentiert sich die Liga in dieser Saison als besonders ausgeglichen.
„Jeder kann jeden schlagen“, analysiert der Stürmer. Gerade deshalb glaubt er fest an die Chance auf den Titel: „Ich bin optimistisch, dass wir am Ende der Saison oben stehen.“ Weitere Tore des Rekordjägers wären dafür natürlich äußerst hilfreich, doch die gesamte Mannschaft zeigt sich in beeindruckender Form. Die Kombination aus individueller Klasse und kollektiver Stärke könnte den Neustrelitzern in dieser spannenden Saison noch weit nach vorne bringen.



