Irritierende Inszenierung im Auswärtsblock: HSV-Fans mit Pistolen-Choreo
Vor dem Duell beim VfB Stuttgart sorgten die Ultras des Hamburger SV mit einer martialischen Choreografie für Aufsehen. Im Auswärtsblock wurden zwei große Transparente entrollt, die sowohl Befremden als auch Diskussionen auslösten.
Die Details der umstrittenen Fan-Aktion
Das erste Spruchband zeigte den Text: „Bis hierher lief’s noch ganz gut.“ Das zweite Transparent präsentierte das Bild eines jungen Mannes, der mit einer Pistole zielt. Besonders auffällig: Aus dem Pistolenlauf war sogar Rauch zu sehen, was die Darstellung noch realistischer und bedrohlicher wirken ließ.
Filmische Vorlage: Der französische Kultfilm „La Haine“
Hintergrund der Choreo ist offenbar der 1995 erschienene französische Film „Hass“ (Originaltitel: „La Haine“). Das Werk des Regisseurs Mathieu Kassovitz thematisiert das Leben dreier Freunde aus Pariser Vorstädten, das von Gewalt und Perspektivlosigkeit geprägt ist. Der im Film mehrfach fallende Satz „Bis hierher lief’s noch ganz gut“ wird dort ergänzt durch den Zusatz: „Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung.“
In der Schlussszene des Films wird einer der Protagonisten, gespielt von Vincent Cassel – der vermutlich auch auf dem HSV-Transparent zu sehen war – von einem Polizisten erschossen. Daraufhin stehen sich ein Freund des Getöteten und ein Polizist mit gezogenen Waffen gegenüber. Ein Schuss fällt, doch der Zuschauer erfährt nicht, wer geschossen hat.
Offene Fragen zur Intention der Fans
Welche Botschaft die HSV-Fans mit dieser martialischen Inszenierung genau vermitteln wollten, bleibt unklar. Die Bezugnahme auf einen Film, der gesellschaftliche Abgründe und Gewaltspiralen thematisiert, wirft Fragen nach der Interpretation und dem Kontext der Fan-Aktion auf. Solche Choreografien im Fußballumfeld werden regelmäßig kontrovers diskutiert, besonders wenn sie Gewaltsymbolik verwenden.
Die Aktion fand vor dem Anpfiff des Spiels statt und dominierte die Diskussionen in den sozialen Medien und unter Experten. Während einige die künstlerische Referenz anerkennen, kritisieren andere die Verharmlosung von Waffengewalt im Stadionkontext.



