Kauczinski öffnet Niederlechner die Tür: 'Fansympathien sind kein Kriterium'
Kauczinski zu Niederlechner: 'Fansympathien kein Kriterium'

Personalsorgen beim TSV 1860: Kauczinski muss gegen Waldhof umstellen

Vor dem wichtigen Heimspiel des TSV 1860 München gegen den SV Waldhof Mannheim am Samstag (14 Uhr) ist die Personalsituation im Mittelfeld der Löwen angespannt. Trainer Markus Kauczinski muss aufgrund mehrerer Ausfälle umstellen und setzt dabei auf einen Youngster in der Startelf.

Druck auf dem Kessel: Löwen zum Siegen verdammt

„Wir sind zum Siegen verdammt – aber das ist schon seit zwei Monaten so. Für mich ist das nichts Negatives“, sagte Kauczinski auf der Spieltagspressekonferenz. Der 56-Jährige Trainer zeigt sich trotz des Drucks vor dem Aufstiegsrennen entspannt und betont sogar sein Faible für solche Situationen: „Je mehr sich die Dinge zuspitzen, umso fokussierter bin ich, umso mehr kann ich alles andere drumherum ausblenden.“

Obwohl seine Mannschaft oft keine fußballerischen Glanzleistungen vollbringe, hebt Kauczinski vor dem Duell gegen Mannheim die gute Einstellung und Leidenschaft seiner Spieler hervor. Seine Mannschaft sei „gerüstet und heiß“ für die Herausforderung.

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Mittelfeld-Problem: Jacobsen fehlt, Youngster rücken nach

Gegen Waldhof muss Kauczinski im zentralen Mittelfeld umstellen. Neben den Langzeitverletzten Max Christiansen und Tunay Deniz fehlt Vize-Kapitän Thore Jacobsen wegen seiner Gelb-Roten Karte vom 1:2 beim MSV Duisburg. Über den Aussetzer seines Spielers sagte der Coach: „Er ist in Duisburg über das halbe Feld gelaufen und hat so den Schiri etwas gegen sich aufgebracht. Da müssen wir uns cleverer verhalten.“

Kauczinski, der stets zwei defensive Mittelfeldspieler aufstellt, wird nicht von seinem gewohnten Spielsystem abweichen. Daher schlägt am Samstag die Stunde der Junglöwen. Für die Sechser-Position kommen neben dem gesetzten Philipp Maier die Youngster Damjan Dordan (23), Samuel Althaus (20) und Loris Husic (18) infrage. „Die letzte Entscheidung ist noch nicht getroffen“, so Kauczinski. Aufgrund seiner Leistung im Spiel gegen den Jahn Regensburg dürfte aber Damjan Dordan die Nase leicht vorne haben.

Niederlechner bekommt neue Chance: „Fansympathien sind kein Kriterium“

Auch auf die aktuell heiß diskutierte Personalie Florian Niederlechner kam Kauczinski zu sprechen. Beim 1:0-Erfolg im Halbfinale des Toto-Pokals bei Jahn Regensburg durfte der Sturm-Routinier 17 Minuten ran, zuvor hatte er jedoch zweimal in Folge in der Liga nicht im Spieltagskader gestanden.

„Er kämpft und ist ja auch jetzt wieder reingerutscht in den Pokal über eine gute Trainingswoche, über Dinge, die funktioniert haben“, so Kauczinski über Niederlechner. Der Trainer betonte dabei sein Leistungsprinzip: „Fansympathien sind kein Kriterium für mich oder dürfen kein Kriterium sein, sondern ich muss nach dem beurteilen, was ich sehe. Ich muss das so subjektiv fair wie möglich machen, auch den anderen gegenüber.“

Kauczinski erklärte weiter: „Sonst schaffst du keine Leistungsgesellschaft, keinen Leistungsgedanken in Deinem Training, dann kannst du dein Training vergessen. Das ist für mich elementar für meine Führung, dass ich die Dinge so benenne, wie sie sind. Und dann hat jeder auch die Chance, das zu verändern, so wie andere es schon geschafft haben, ihren Stellenwert und ihr Momentum zu verändern.“

Wenn Niederlechner diese Chance nutze, könnte für ihn in der entscheidenden Saisonphase der Löwen wieder mehr Spielzeit herausspringen, gerade wenn Kauczinski wie gegen Regensburg auf zwei Stürmer setzt. Der Trainer machte deutlich: „Andere haben das auch schon bewiesen, dass man einfach dann auch wieder reinrutschen kann und dann muss man irgendwann, wenn so eine Tür aufgeht, muss man da sein, um sie nutzen.“

Damit öffnet Kauczinski dem erfahrenen Stürmer trotz der bisherigen Reservistenrolle eine Tür zurück in die Mannschaft – vorausgesetzt, Niederlechner zeigt in Training und bei seinen Einsatzminuten die erforderliche Leistung.

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