Klose verurteilt Krawalle und blickt nach vorn
Nur eine Woche nach den schweren Ausschreitungen im Rudolf-Harbig-Stadion von Dresden steht bereits das nächste brisante Duell an: Der 1. FC Nürnberg empfängt am Samstag um 13:00 Uhr in der 2. Fußball-Bundesliga Dynamo Dresden in einer offiziell als Hochrisikospiel eingestuften Partie. Trainer Miroslav Klose, Weltmeister von 2014, äußerte sich deutlich zu den Vorfällen und formulierte gleichzeitig ambitionierte Ziele für den Saisonendspurt seines Teams.
Klare Worte zu den Fußball-Chaoten
„Das sind Fußball-Chaoten“, sagte Klose unmissverständlich in Bezug auf die gewalttätigen Szenen während des Spiels zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC. Bei dieser Begegnung hatten Fans beider Lager Pyrotechnik gezündet, Zäune überklettert und vermummt auf den gegnerischen Block zugerannt, was zu einer Spielunterbrechung führte. „Wir müssen an die denken, die den Sport genauso lieben wie wir. Verrückte gibt es überall und die gibt es auch im Fußball, aber da müssen wir zusammen schauen, dass wir die eingrenzen“, betonte der Nürnberger Trainer.
Klose erinnerte dabei an seine eigene Jugend und daran, wie sehr ihn positive Stadionerlebnisse damals zum Profi-Fußball motiviert hätten. „Das ist für uns alle, die den Fußball lieben, schlecht, solche Bilder zu sehen“, kritisierte er die gewalttätigen Ausschreitungen. Dennoch will er negative Gedanken nicht zulassen und rechnet im Heimspiel gegen die abstiegsbedrohten Sachsen nicht mit einer Wiederholung der Vorfälle. „Davon gehe ich nicht aus. Ich bereite die Spieler auch nicht darauf vor, weil du so etwas nicht planen kannst“, erklärte Klose auf Nachfrage.
Hochrisikospiel mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen
Die Partie ist als Hochrisikospiel eingestuft, was besondere Sicherheitsmaßnahmen erforderlich macht. Das Max-Morlock-Stadion in Nürnberg ist bereits mit knapp 45.000 Zuschauern ausverkauft, darunter 8.620 Gäste aus Dresden. Um Konflikte zu vermeiden, werden zwischen den rivalisierenden Fanblöcken umfangreiche Pufferzonen eingerichtet.
Ambitionierte Ziele für den Saisonendspurt
Unabhängig von den Sicherheitsbedenken konzentriert sich Klose voll auf die sportlichen Aufgaben. „Natürlich haben wir uns intern Ziele gesetzt“, verriet der Trainer. „Wir wollen diese sechs Spiele anders bestreiten als im letzten Jahr.“ In der vergangenen Saison hatten die Franken aus ihren letzten sechs Partien lediglich sieben Punkte geholt – eine Bilanz, die Klose unbedingt verbessern will.
„Wir wollen weiter Punkte sammeln. Die Rückenlehne geht nicht nach hinten, das lasse ich nicht zu“, bekräftigte der Weltmeister von 2014 mit Nachdruck. Für diese ambitionierte Zielsetzung setzt Klose auch auf Rabby Nzingoula, der vor einer Woche beim 1:1 gegen Eintracht Braunschweig sein erstes Tor für den FCN erzielte.
Nzingoula als Hoffnungsträger
Der defensive Mittelfeldspieler, der von Racing Straßburg ausgeliehen ist, entwickelt sich nach Ansicht seines Trainers hervorragend. „Er macht eine fantastische Entwicklung durch“, schwärmte Klose. „Hindern werde ich ihn nicht. Wenn er Lust hat Tore zu schießen, darf er das weiterhin machen.“ Diese offensive Freiheit soll dem Franzosen helfen, seine Torquote weiter zu steigern und damit zum Erfolg im Saisonendspurt beizutragen.
Während die Sicherheitsbehörden die Hochrisikopartie mit besonderer Aufmerksamkeit begleiten, bleibt Klose optimistisch, dass der Fußball im Mittelpunkt stehen wird. Seine klare Botschaft an die Chaoten und gleichzeitig motivierende Worte an sein Team zeigen einen Trainer, der trotz schwieriger Rahmenbedingungen den Blick nach vorn richtet und sportliche Ziele nicht aus den Augen verliert.



