Kompany will mit dem FC Bayern neben der Meisterschaft einen Rekord für die Ewigkeit
Der FC Bayern München hat mit einem 3:2-Erfolg im Klassiker gegen Borussia Dortmund sein vorzeitiges Meisterstück geliefert – auch wenn nur Kapitän Joshua Kimmich indirekt bereits vom Titel spricht. Doch Trainer Vincent Kompany hat noch größere Ambitionen: Neben der sicheren Meisterschaft könnte auch ein legendärer Torrekord fallen.
Emotionaler Jubel nach dem Sieg im Signal Iduna Park
Der Klassiker war kein Duell mehr auf Augenhöhe. Höchstens dann, wenn sich ein Bayern-Profi zu einem betrübten Dortmunder Spieler am Boden beugte, um ihn zu trösten. Laut Kimmich hätten die Bayern am Samstagabend im Signal Iduna Park „nicht unser bestes Spiel“ geliefert, doch es reichte zu einem knappen, aber verdienten 3:2-Erfolg. Beim ärgsten Verfolger und Tabellenzweiten Dortmund war dies praktisch die Meisterfeier der Münchner im Mai – so sicher wie ein Elfmeter von Harry Kane.
Kompany zeigte nach dem Siegtor ausgelassenen, emotionalen Jubel und schlich sich nach Spielende kurz mit den Spielern vor die Fankurve. „Ich wollte einmal kurz spüren, was die Spieler hier erfahren“, erklärte der 39-jährige Trainer, ein früherer Weltklasse-Innenverteidiger. „Das ist einfach auch ein Moment für mich. Dann bin ich aber auch schnell wieder weg. Denn diese Zeiten sind vorbei für mich.“ Sein Glück liegt in Matchplänen, die aufgehen, und der Lohn sind Trophäen.
Meisterschaft steht kurz bevor – Elf Punkte Vorsprung
Wann Kompany die zweite Bundesliga-Meisterschaft auf seine Visitenkarte drucken lassen kann, ist nur noch eine Frage der Zeit. Mit elf Punkten Vorsprung zehn Spieltage vor Schluss ist die Titelverteidigung bald perfekt. Sportvorstand Max Eberl nannte den Sieg „einen sehr, sehr großen Schritt“, während Sportdirektor Christoph Freund lediglich Glückwünsche zum Erfolg in Dortmund, nicht zur Meisterschaft, annahm.
Einzig Kimmich, mit der Erfahrung von neun gewonnenen Meisterschaften, sprach – wenn auch indirekt – vom Titel. „Jetzt haben wir elf Punkte Vorsprung. Das werden wir nicht mehr abgeben“, sagte der 31-Jährige bei Sky. Dass keine Mannschaft bisher ein solches Polster noch verspielt habe, werde „so bleiben“, vollendete er voller Überzeugung. Auch der Gegner gratulierte: BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl glaubt, „die Meisterschaft ist den Bayern nicht mehr zu nehmen“, und Trainer Niko Kovac gab bereits auf, indem er sagte: „Wir wollen jetzt als Zweiter in die Champions League.“
Angriff auf den legendären 101-Tore-Rekord
Doch der 35. Meistertitel der Vereinsgeschichte – von den bisher 34 gelangen 33 seit Einführung der Bundesliga 1963 – ist den Bayern, allen voran Chefcoach Kompany, nicht genug. Sie wollen weiter machen, immer weiter. Mit 88 Toren auf dem Konto streben sie nun den legendären 101-Tore-Rekord aus der Saison 1971/72 unter Trainer Udo Lattek an. Nur noch 13 Tore zur Einstellung der Bestmarke, 14 zum neuen Rekord.
Kompany findet: „Wir haben 88 Tore geschossen. Warum sollten wir jetzt aufhören? Ich freue mich einfach auch auf diese letzten zwei, drei Monate in der Bundesliga.“ Dies könnte legendär werden. Das nächste Opfer? Borussia Mönchengladbach am Freitag. „Eines kann ich sagen, was meine Mentalität ist, seit ich aufgewachsen bin“, sagte Kompany. „Es ist mir manchmal egal, ob wir hinten liegen oder führen.“ Hauptsache, seine Jungs steuern das nächste Tor an – für den Dreisatz: ein Tor, ein Titel, eine Trophäe.



