Dynamo Dresdens Kutschke spricht nach Fan-Randalen Klartext: „Spiel stand auf der Kippe“
Kutschke nach Dynamo-Randalen: „Spiel stand auf der Kippe“

Dynamo Dresdens Kutschke spricht nach Fan-Randalen Klartext

Stefan Kutschke (37) lebt Dynamo Dresden mit Leib und Seele. Als Urgestein der SGD kennt er die immer wieder auftretenden Ausschläge des Ostklubs nur zu gut. Während der laufenden Ausschreitungen beim Heimspiel gegen Hertha BSC (0:1) eilte der gelbgesperrte Stürmer sofort von der Tribüne in den Innenraum, um zu vermitteln.

„Spiel stand schon auf der Kippe“

Kutschke erklärte nach dem Spiel: „Es ging erstmal um die Kommunikation. Das Spiel stand schon auf der Kippe. Ich wollte vermitteln und helfen, dass es so schnell wie möglich weitergeht.“ Der Angreifer hatte das Spiel bis zur 20. Minute von oben verfolgt, doch als die Situation eskalierte, verspürte er das dringende Bedürfnis zu schlichten. „Das ist der Einsatz, wenn du schon nicht auf dem Platz mitwirken kannst“, betonte der erfahrene Profi.

Doch bei der aufgeheizten Lage war es auch für den Sturm-Oldie schwer, noch etwas auszurichten. Chaoten im Dynamo-Outfit rannten über den Platz, Bengalos flogen in die Zuschauerblöcke. „Das sind Bilder, die man nicht sehen will“, redete „Kutsche“ Klartext. „Innenraumbetreten bedeutet Spielabbruch, das haben wir klar kommuniziert.“

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Folgen für Verein und Mannschaft

Kutschke weiß, dass die Folgen den Verein und die Mannschaft im Abstiegskampf hart treffen könnten. „Geldstrafe oder Teilausschuss sind die gängigen Strafen, die uns jetzt erwarten“, fürchtet er. Eine K-Block-Sperre in einer der letzten Heimpartien wäre akustisch ein klarer Nachteil im Saisonfinale.

Der gebürtige Dresdner hat jedoch auch mit seinem Ex-Klub 1. FC Nürnberg, gegen den es im nächsten Spiel am Samstag geht, eine unangenehme Fan-Erfahrung gemacht. Im Oktober 2022 hatten FCN-Ultras den Dynamo-Teambus auf der A6 attackiert. „Sie haben bei uns den Mannschaftsbus betreten. Das ist eine Stufe, die grenzwertig ist“, erinnert sich Kutschke. „Sich so wohlzufühlen, als wäre es der eigene Bus, auch da sind Grenzen überschritten worden.“

Fokus auf den sportlichen Kampf

Statt der ganzen Begleiterscheinungen soll es schließlich endlich mal um das runde Leder gehen. Kutschke ärgerte die Hertha-Pleite immens: „Es ist ein Prozess, immer reifer zu werden und dann lieber einen Punkt mitzunehmen - selbst in Überzahl, auch wenn das zu wenig wirkt.“ Das frühe Gegentor war gleich am nächsten Tag in der Analyse das Hauptthema.

Daraus leitet der Angreifer ab: „Dabei gilt es, Phasen zu erkennen, wo ein Spiel entschieden wird. Jeder Punkt ist Gold wert, das haben wir schon mal gesehen, was da einer ausmachen kann.“ Damit spielt Kutschke auf die zwei knapp verpassten Zweitliga-Aufstiege 2023 und 2024 an. Jetzt hängt wieder alles am dünnen Geduldsfaden.

Kutschke appelliert an die Mannschaft: „Wir müssen bei uns bleiben. Dieser Rückschlag darf uns nicht umwerfen. Paderborn und Hertha BSC waren zwei Topteams, gegen die wir - ohne dass es nötig war - verloren haben.“ Diese Erfahrung könne positiv stimmen und dürfe nicht von außen zu Unruhe verleiten. „Jetzt, wo die Gelbsperren kommen, wird sich zeigen, wie stark der Kern ist und ob einer für den anderen in die Bresche springt“, so der erfahrene Stürmer abschließend.

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